Jahrgang 
96 (1993) / N.S. 47
Seite
219
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1993, Heft 2

Literatur der Volkskunde

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Maria Jesus Lacarra hat dieses Werk des 12. Jahrhunderts nicht nur insmoderne Spanische übersetzt, sondern eine farbige Darstellung der Zeitum-stände und des Lebens des Autors verfaßt. Ihr wissenschaftlicher Kommen-tar ist ausführlich und gründlich und analysiert nicht nur die einzelnenGeschichten, beschreibt vielmehr darüber hinaus die in Frage kommendenQuellen sowie auch die spätere Ausstrahlung.

Die Bibliographie ist primär für einen spanischen Leser gedacht und ließesich ergänzen. Doch enthält sie die grundlegend wichtigen Ausgaben undStudien auf internationaler Ebene.

Was das Bändchen daneben wertvoll macht, sind die beigegebenen 28-zum Teil ganzseitigen- Tafeln mit Abbildungen aus dem Mittelalter heraufbis ins 15. Jahrhundert.

Insgesamt eine für die Erforschung der frühen Übertragungen orientali-scher Glossar ::: zum Glossareintrag scher Erzählungen in den europäischen Raum wichtige Schrift.

Felix Karlinger

Beate GROSSEGGER, Susanne ROLINEK, Regina WONISCH( Hg.):Museum. Ausstellung. Didaktik. Wien, Eigenverlag des Fakultätslehrgan-ges für Museums- und Ausstellungsdidaktik der GeisteswissenschaftlichenFakultät der Universität Wien, 1993, 75 Seiten, S/ W- Abb.

Licht- Spiele. Neubauer Kinos gestern und heute. Eine Ausstellung imBezirksmuseum Neubau vom 19. Mai bis zum 17. Oktober 1992(= Bezirks-museum Neubau: Mitteilungen, Berichte, Notizen 24). Wien 1992, 64 Sei-ten, 47 S/ W- Abb.

Ein Pilotprojekt an der Universität Wien, nämlich einen viersemestrigeninterdisziplinären Lehrgang für Museums- und Ausstellungdidaktik( M.A.D.) dokumentiert das gemeinsam von Lehrenden und Studierendenbestrittene schmale aber inhaltsreiche Bändchen gleichen Namens. Es istdaher schon aufgrund seiner Bestimmung nicht etwa an museumstheoretischintendierten Schriften zu messen, sondern soll als Überblick des Studien-programmes sowie der im Zuge des Lehrgangs gesetzten Aktivitäten aufge-faẞt werden.

Anders als bei den bisher meist auf Museumspädagogik konzentriertenLehrgängen, deren Finanzierungsschwierigkeiten übrigens die Idee eineruniversitären Verankerung bestärkten, wurde bei M.A.D. ein umfassenderesProgramm angesteuert. Es reichte von der theoretischen Dimension derMuseologie bis zur praktischen Betätigung bei Konzeption und Realisationvon Ausstellungen und Museen. So bunt wie das Lehrprogramm ist nun auchder vorliegende Band: Einerseits stellt er in oft sehr persönlich reflektieren-der Absicht und Manier Lesefrüchte und Erkenntnisse aus den einzelnen