Jahrgang 
96 (1993) / N.S. 47
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV XLVII/ 96

chentypen stehen ein ,, Namens- und Autorenregister" ,,, Werke und Titel",,, Ortsregister" und schließlich ein ,, Register der Sachen und Begriffe.

Einen beachtlichen Anteil haben im Gegensatz zu anderen Landschaftenreligiöse Themen, sodaß manche Geschichten als Legendenmärchen be-trachtet werden dürfen. Das mag cum grano salis für einen Großteil desBalkans gelten, wird jedoch öfters von den Märchensammlungen übersehen.Dankbar begrüßt man die gute Lesbarkeit des Buches, die zweifellos auchein Verdienst des Übersetzers ist. Man kann so dieses Werk nicht nur alsfachwissenschaftliches Handbuch benützen, sondern es kann auch Interes-sierten außerhalb der Volkskunde eine aufschlußreiche Information liefern.Felix Karlinger

Maria Jesus LACARRA, Pedro Alfonso, Colección ,, Los Aragoneses",3. Zaragoza, Diputación General de Aragón, 1991, 132 Seiten.

Mit Petrus Alfonsi hat die Brücke der morgenländischen Glossar ::: zum Glossareintrag  morgenländischen zur abendländi-schen Glossar ::: zum Glossareintrag schen Novelle volkstümlichen Zuschnitts begonnen. Der Leibarzt des Kö-nigs Alfons I. von Aragonien hat in seinem Hauptwerk ,, Disciplina clerica-lis die wichtigste Sammlung( in lateinischer Sprache) zusammengetragen,aus der die beiden folgenden Jahrhunderte- das 13. und das 14.- ihre Stoffeund darüber hinaus auch formale Anregungen erfahren haben. Wenn sichauch viele Geschichten bis ins Indische zurückverfolgen lassen, so war dieunmittelbare Quelle doch das Arabische. Es ist also ein alter Weg für somanches, das auf uns gekommen ist. ,, Gott möge mir bei diesem Werkchenzu Hilfe kommen, Er, der mich dieses Buch verfassen und ins Lateinischeübertragen ließ." So schreibt Petrus Alfonsi in seinem Vorwort. Es handeltsich dabei um phantastische Märchen und Schwänke, um teils antike teilsorientalische Glossar ::: zum Glossareintrag orientalische Tiergeschichten und Exempla, daneben ist auch der Typus derLegende vertreten.

Neben einer Reihe von einzelstehenden Sinnsprüchen enthält das Werk34 in sich geschlossene Erzählungen, darunter 11 Exempel, 11 Schwänke( von denen 5 erotische Schwänke sind), 8 Märchen, sowie je eine Legende,Anekdote, Sage und Tierfabel.

Die Funktion seiner Sammlung hat der Autor sehr eindeutig formuliert:,, Ich habe auch über die Gebrechlichkeit des menschlichen Wesens nachge-sonnen: damit sich kein Widerwillen einstellt, ist es nötig, in der Belehrungsozusagen nur Schritt für Schritt vorzugehen; und indem ich mich seinerharten Bedingung erinnerte, habe ich- damit er sein Pensum leichter be-hält- soweit als nötig den Stoff milder und angenehmer gestaltet; so ist( scil.der Mensch) ja auch vergeßlich, und man muß ihm mit vielen HilfsmittelnEntfallenes wieder ins Gedächtnis bringen.