Jahrgang 
96 (1993) / N.S. 47
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Literatur der Volkskunde

ÖZV XLVII/ 96

Zufallswirkungen in der Kulturgeschichte von Bauen und Wohnen erheblicheinschränken müssen.

Heinz Ellenberg hat in seine Darstellung eine ganze Bibliothek einermehr als hundertjährigen Hausforschung in Mitteleuropa eingearbeitet.Seine Darstellung behält daher so und so ihren großen Eigenwert, wenn auchvielleicht gerade die mitherangezogenen Übersichten zu den Nachbarlän-dern Deutschlands doch eher ungleichwertig ausgefallen sind, was nament-lich für seinen, Ausblick einleitend auf Österreich( S. 515-517( Ab-schnitt VII.1) zu sagen ist, der teilweise Mißverständnisse und Fehler enthältund wozu unverständlicherweise kaum ausreichend Literatur herangezogenerscheint. Das im übrigen überaus bemühte Darstellungswerk über dieBauernhäuser Deutschlands zeigt einmal mehr die Gefahren, die nach un-seren Erfahrungen in einer stark geographisch orientierten Übersicht land-schaftlichen überlieferten Bauens und gar Wohnens und Lebens allein liegenkönnen.

Oskar Moser

Reinhard JOHLER, Ludwig PAULMICHL, Barbara PLANKENSTEI-NER( Hg.), Südtirol Im Auge der Ethnographen. Wien/ Lana, Der Proku-rist, 1991, 214 Seiten, Abb.

Anzuzeigen ist hier das( bereits 1991 erschienene) publizistische Ergeb-nis einer vor nunmehr vier Jahren in Lana/ Südtirol stattgefundenen Tagung,über die seinerzeit auch in dieser Zeitschrift recht ausführlich berichtetwurde( s. Helmut Eberhart in ÖZV 92/43( 1989), S. 242- 246). Die The-matik ist- in ihrer Virulenz für gegenwärtige politisch- martialische Praxisunvermindert aktuell: Es geht- will man die recht heterogenen Beiträge ineinen gemeinsamen begrifflichen Rahmen stellen um Ethnizität, Nation

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und Nationalismus, um ideologische Konstruktionen, unter deren Dominanzdem aufs ,, Eigene" fixierten Blick die Sicht auf dessen Verhältnis zumAnderen( und somit auch auf dieses) verstellt ist( um den Titel einesAufsatzes von Åke Daun verallgemeinernd zu paraphrasieren: Swedishnessas an Obstacle in Cross- Cultural Interaction, Ethnologia Europaea XIV,1984, S. 95 109). Diesem Sujet nähern sich die Autoren in unterschiedli-chem fachlichen Zugang und von unterschiedlichem Erkenntnisinteressegeleitet.

Der Kölner Historiker Peter Alter spürt der Geschichte des deutschenNationalbewußtseins nach, dessen Anfänge er im frühen 19. Jahrhundertortet, als ,, soziale Entwurzelung und die Aushöhlung traditioneller politi-scher Legitimität, regionaler, ständischer und religiöser Bindungen Raum