1994, Heft 4
Chronik der Volkskunde
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Über bisherige(, Lesbarkeit der Welt“,„ Kollektives Gedächtnis') undweitere, willkommene Themenvorschläge wird das Exekutivkomitee ent-scheiden.
Nach einem Empfang im Rathaus zu Beginn der Konferenz war dann einweiterer Tag dem Besuch volkskundlicher Institutionen in und um Wiengewidmet, acht an der Zahl. Besonderer Anziehungspunkt war natürlich die1994 abgeschlossene Neueinrichtung der Schausammlung des Österreichi-schen Museums für Volkskunde im Palais Schönborn, das auch über dieumfangreichste historisch- volkskundliche Bibliothek im deutschenSprachraum verfügt. Es charakterisiert die Museumssituation allgemein,daß, gemessen an den ungemein reichhaltigen und repräsentativen Bestän-den der Institution die Ausstellungsfläche viel zu klein ist. Das neue, anspre-chende Konzept forderte zur Diskussion heraus- es hätte durchaus einigeReferate auf dem Kongreẞ verdient gehabt, von deren Realitätsbezug mansich an Ort und Stelle hätte überzeugen können. Den Abschluß des Tagesbildete eine dreisprachig geführte Schiffsfahrt donauaufwärts, vorbei amKahlenberg, der ja von einiger volkskundlicher Relevanz ist.
Und dann hätte der Kongreß auch beinahe noch getanzt- und zwar beidem gelöst heiteren Abschlußabend im Österreichischen Museum für Volks-kunde mit vorzüglichem Buffet und ebensolchen Getränken sowie nochvorzüglicherer Musik. Was Wunder, es spielte ja auch ein leibhaftigerpromovierter Musikhistoriker mit!
Rainer Wehse
Beitrag der Museen zur regionalen Identität, Toleranzund Integration
Resümee der Jahrestagung des International Committee forRegional Museums- ICOM/ ICR in Spittal an der Drau und Ljubljanavom 2. bis 8. Oktober 1994
Vom 2. bis 8. Oktober 1994 trafen sich Museumsexperten aus 17 Natio-nen von Kanada bis Island und von Israel bis Polen- zum Kongreẞ desInternational Committee for Regional Museums des Internationalen Mu-seumsverbandes ICOM in Spittal an der Drau und Ljubljana. Organisiertvom Museum für Volkskultur/ Spittal an der Drau und ICOM/ Slowenienstand die Konferenz unter dem Thema ,, Museums in Divided Societies",auch bezugnehmend auf den Kulturraum Kärnten Slowenien Friaul,getrennt durch drei Staats- und Sprachgrenzen, aber eng verbunden durchdie geschichtlichen und kulturellen Verbindungen.