Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band XLVIII/ 97, Wien 1994, 465-489
Chronik der Volkskunde
5. Tagung der Arbeitsgruppe für die InternationaleVolkskundliche Bibliographie( IVB)
Vom 8. bis 10.9.1994, also im Vorfeld des Wiener SIEF- Kongresses über,, Ethnologia Europaea“, trafen sich die Mitglieder der SIEF- Kommissionfür Bibliographie, Information und Dokumentation auf Einladung der Bib-liographischen Arbeitsgemeinschaft des Vereins für Volkskunde in Wien inPetronell- Carnuntum und Kittsee. Die Arbeitstagung wurde vom Bundesmi-nisterium für Wissenschaft und Forschung und von der BurgenländischenLandesregierung gefördert. Dies war die 5. Zusammenkunft seit der Konsti-tuierung im Jahre 1990, und die dichte Folge von Arbeitssitzungen verdeut-licht den vorhandenen Bedarf der Mitarbeiter dieses laufenden internationa-len Projektes an kontinuierlichem Gedankenaustausch.
Insbesondere drei Stränge zogen sich durch die bisherigen Tagungen: zumeinen die Fortschreibung der Systematik als Spiegel des aktuellen For-schungsstandes des Faches Volkskunde/ Europäische Ethnologie; zum zwei-ten die Internationalität und damit verbunden z.B. die Mehrsprachigkeit desInstrumentariums der Sacherschließung; schließlich ging es um den Aus-tausch von Kenntnissen aus dem neuen Bereich der volkskundlich- ethnolo-gischen Fachinformatik. Bisher sind zwei Tagungsbände erschienen, die sichmit Themen Bibliographie und Thesaurus befassen.¹
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Klaus Beitl hatte- trotz der großen Organisationsleistung, die von ihmangesichts der anstehenden Wiener Tagung abgefordert wurde – gemeinsammit Hermann Hummer, dem neuen Bearbeiter der Österreichischen Biblio-graphie, ein anregendes Rahmenprogramm vorgesehen, welches den Biblio-graphen auch die Unverwechselbarkeit der alten Kulturlandschaft an derDonau nahebrachte: Busexkursion von Petronell nach Kittsee mit landes-kundlichen und regionalgeschichtlichen Erläuterungen( K. Beitl), Besichti-gung des Ethnographischen Museums Schloß Kittsee und Führung durch dieAusstellung ,, Bosnien. Zwischen Okkupation und Attentat“( B. Mersich),sowie am Abreisetag als letztem Höhepunkt: Das Römer- Museum Carnun-tinum in Bad Deutsch- Altenburg.
Als fruchtbar erwies sich wiederum der erprobte Stil der IVB- Tagungen,nämlich alle Teilnehmer gemeinsam in einem Hotel einzuquartieren und alsTagungsort eine kleine Gemeinde auszuwählen. So gelang das abendlicheTreffen am Anreisetag vorzüglich. Auch die neuen Mitglieder der Gruppekonnten ohne Verzug am Erfahrungsaustausch teilhaben.