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Literatur der Volkskunde
ÖZV XLIX/ 98
dagegen dem Prinzip lockerer Anordnung des Bergegutes vorab zur Nach-trocknung der Ernte durch luftige Abhebung vom Boden und Hochlagerung.Sie haben ihre primitiveren Glossar ::: zum Glossareintrag primitiveren Vorformen heute noch in den Hiflern undHeinzen für Getreide( besonders Gerste und Hafer), Gras oder Klee, abersicherlich auch in den schon von Arthur Haberlandt nachdrücklich herange-zogenen, noch primitiveren Glossar ::: zum Glossareintrag primitiveren Baumspeichern bestimmter Innenregionen desBalkans. Doch ihre funktionelle Virulenz und ihre gute Verwendbarkeitäußert sich noch ungebrochener in der massenhaften und jüngsten Verbrei-tung als sogenannte ,, Schwedenreuter" besonders seit dem Ersten Welt-krieg; I. Kretschmer und O. Nestroy haben uns dies sehr eindrucksvoll mitihrer Karte 78 im Österreichischen Volkskundeatlas demonstriert.
Oskar Moser
1 Bei I. Pirkovič heißt es da u.a.( ins Deutsche übersetzt): ,, Ich denke, daß esnotwendig sein wird, die( ausgebaute) Doppelharpfe( veliki kozolec) aus derdirekten Entwicklung der einfachen( traditionellen) Harpfe herauszunehmen.Jene ist nämlich nicht bloß durch deren einfache Form beeinfluẞt worden, auchnicht allein durch( die Veränderungen) der klimatischen Verhältnisse, sondernvielmehr noch durch die wirtschaftlichen Erfordernisse des Großgrundbesitzes,ursprünglich ohne Zweifel des feudalen. Schon Popovič meinte( um 1750), daß, auch die Schloẞherrschaften Doppelharpfen haben. Und auch A. Melik scheintbei der Fülle von deutschen Lehnbezeichnungen für diese Doppelharpfen daraufgeschlossen zu haben, daß letztere zuerst bei den Schlössern aufgekommen sind( Melik, S. 55)."
MARAVILLOSOS, Cuentos, Julio CAMARENA Y MAXIME CHEVA-LIER. Catálogo tipológico del cuento folklórico Español. Madrid, EditorialGredos, 1995, 794 Seiten.
Mit dem vorliegenden Typenkatalog von Zaubermärchen aus Spanien,Portugal und Lateinamerika haben die beiden Herausgeber ein gutes StückArbeit geleistet. Zu den Vorzügen des umfangreichen Bandes zählt, daß zujedem Typus auch ein exemplarischer Text ungekürzt gegeben wird. Diemeisten dieser Märchen werden in spanischer Sprache geboten, doch ist auchein beachtlicher Teil auf Katalanisch und im galicischen( dem Portugiesi-schen zuzurechnenden) Idiom, ja vereinzelte Texte sogar in baskischerSprache( mit spanischer Übersetzung). Camarena ist kein Schreibtischge-lehrter, sondern hat selbst in der Feldforschung gearbeitet, und es ist inter-essant, welche Märchen er noch aus der Oraltradition sammeln konnte.Darunter befinden sich nicht nur viele gängige Motive wie ,, Das Mädchenohne Hände“, zur Überraschung begegnen auch Stoffe, die in Mitteleuropa