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Literatur der Volkskunde
ÖZV XLIX/ 98
Volksprosa und Lesestoffe“ bis zu ,, 22. Sprache“ und„, 24. Namen" amSchluß. Von hier aus gesehen wird sich der Benützer gegenüber dem bishe-rigen System der Klassifikation umstellen müssen und er wird aber geradedadurch auch an die modernen Fragestellungen und an den erweitertenAufgabenumfang der Volkskunde von heute unmittelbar herangeführt. Imübrigen sind Aufbau und Einrichtung einer praktikablen Bibliographie eineMaterie, die seit jeher kaum für jedermann zur völligen Zufriedenstellung
lösbar sein dürfte.
Das Verzeichnis der Zeitschriften und die Reihe der betreffenden Abkür-zungen( S. 191-195) ist merklich schlanker geworden und offenbar stärkerauf innerösterreichische Erscheinungen eingeschränkt; es füllte ja zuletztganze elf Seiten( ÖVB 1987- 1988 II, S. 377- 388). Doch hat sich ebenauch das Publikationswesen für unser Fach merklich verändert. Dennochbleibt die bewährte Art der Titelaufnahmen und der Quellenerfassung dankder Bemühungen und der Umsicht der bisherigen wie der neuen Mitarbeiteran der ÖVB und der neuen Bearbeiter an deren zentraler Zusammenstellungohne Einbußen erhalten. Jeder Benützer dieses unentbehrlichen Nachschla-gewerkes weiß ja deren aller entsagungsreiche und mühsame Feinarbeitdankbar zu schätzen. Ich habe also im Text kaum Fehllesungen festgestellt.Zu korrigieren wäre nur bei Nr. 189 auf S. 118 zu Kurt Conrad in dessenTitel ,, Schußbodendach“ statt ,, Schlußbodendach", was- wie wir hoffen-kein ,, Freudscher Verschreiber“ ist. Jedenfalls gibt der neue Verlag und derHerausgeber mit der neuen Folge der ÖVB ein erfreuliches Zeichen für dasLeben unseres Faches, dem ersterer ja nun seit hundert Jahren sein Bestesgegeben hat.
Oskar Moser
LOŽAR- PODLOGAR, Helena, V adventu snubiti- o pustu zěniti( imAdvent um die Braut werben- im Fasching heiraten). Svatbene šege Zilja-nov( Hochzeitsbräuche der Gailtaler Slowenen). Celovec( Klagenfurt), Her-magoras- Verlag, 1995, 116 Seiten. Deutsche Zusammenfassung: Berichteüber die Hochzeit der Gailtaler Slowenen( vom 18. Jahrhundert bis heute),S. 101- 112.
In reizvoller Aufmachung mit 33 schwarz- weiß- und 10 Farbbildern undMusiknoten liegt hier ein erfreuliches Brauchtumsbuch Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumsbuch der Kärntner Slowe-nen vor, wie es sich bestens der Reihe solcher Dokumentationen von † PavleZablatnik und † Niko Kuret anschließt. Die Verfasserin, einst Stipendiatinihres Lehrers, des Herderpreisträgers Niko Kuret( vgl. meinen Nachruf inÖZV XLIX/ 98, 1995, S. 211-214) von 1966, seine Lieblingsschülerin und