1995, Heft 2
Mitteilungen
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Verein; Karl Magnus Klier( 1892- 1966), der bedeutende Volksmusikfor-scher, Sammler und Herausgeber; Richard Wolfram( geb. 1901), der wich-tige Volkskundler, Tanz- und Brauchforscher; Leopold Schmidt( 1912 –1981), der Volkskundler mit universalem Geist.
Diese Namen stehen stellvertretend für die Ideen und für PommersGesamtwerk und dessen Entwicklung. Seine Fachzeitschrift ,, Das deutscheVolkslied" ist auch als musikalisches Gegenstück zur 1895 durch MichaelHaberlandt gegründeten„ Zeitschrift für österreichische Volkskunde" zusehen.5 Was die eine in der Beschränkung auf das deutsche und älplerische Liedleistete, wurde bei der anderen zum großen, offenen Forschungsfeld für allevolkskulturellen Erscheinungsformen Mittel-, Ost- und Südosteuropas.
In der vierten Abteilung unserer Ausstellung wird das ,, ÖsterreichischeVolksliedunternehmen" bzw. das ,, Österreichische Volksliedwerk" vorgestellt.Auch wenn dieses Unternehmen nicht eine Idee Pommers ist, so hat es sich nurdurch ihn so entwickelt, das heißt, daß ohne Josef Pommer die Volksmusikfor-schung in Österreich nicht in der heutigen Form existent wäre.
Vom Verlag ,, Universal Edition" in Wien ist 1902 die Idee ausgegangen,in allen Kronländern eine Liedsammlung anzuregen, um eine große Ausgabefür den praktischen Gebrauch- Liedweisen mit Klavierbegleitung- vorzu-bereiten. 1904 hat der damalige Kultusminister Wilhelm Ritter von Harteldiese Idee aufgegriffen, Gelehrte aus allen Kronländern eingeladen, 6 u.a.auch Josef Pommer, um einen Plan zur Verwirklichung dieser Idee zuentwerfen. Die als ,, Österreichisches Volksliedunternehmen“ einberufeneGelehrtenkommission einigte sich für eine große Sammelaktion in deneinzelnen Ländern, aber nicht mit dem Ziel, eine Ausgabe für den prakti-schen Gebrauch zu erstellen, sondern es sollte ein wissenschaftlich fundier-tes Monumentalwerk der Lieder und Tänze der Völker Österreichs werden.7Dieses Erfassen und Edieren der musikalisch- geistigen Kultur der Völkerder Monarchie kann als Analogie zur Sammlung der Sachkultur dieserVölker verstanden werden. Eingeleitet hat sie Michael Haberlandt( 1860-1940), der Gründer des ,, Vereins für Volkskunde“( 1894) und erster Direktordes Museums für Volkskunde in Wien. 1904 formulierte er seine wissen-schaftliche Zielsetzung u.a. mit folgenden Worten:
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Wir kümmern uns nicht um die Nationalitäten selbst, sondern um ihrevolkstümliche Unterschicht ist es uns allein zu tun. Das eigentliche Volk,dessen primitivem Glossar ::: zum Glossareintrag primitivem Wirtschaftsbetrieb eine primitive Glossar ::: zum Glossareintrag primitive Lebensführung, ein
5 Vgl. Schmidt, Leopold: Geschichte der österreichischen Volkskunde( Buchreiheder Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde, Bd. 2). Wien 1951, S. 113 f.6 Haid, Gerlinde: Das Österreichische Volksliedwerk. In: Volksmusik in Öster-reich, Wien 1984, S. 117–126.
7 Pommer, Josef: Die Wahrheit in Sachen des österreichischen Volksliedunterneh-mens. Wien 1912.