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Mitteilungen
ÖZV XLIX/ 98
lorisierung dieser Phänomene kam es im 19. Jahrhundert jedoch zu einerNeubewertung der Maskenbräuche. Seither dienen sie vorzüglich als Attrak-tion im Fremdenverkehr.
Gasselfahren
,, Im alten Wien, wo noch viel auf prunkvolle, rauschende Lustbarkeitengehalten und verwendet wurde, waren die großen öffentlichen Schlittenfahr-ten eine der vornehmsten winterlichen Unterhaltungen“, schreibt JohannPezzl 1803 in seinen ,, Wiener Notizen“. Er schildert darin eine nächtlicheSchlittenfahrt bei Fackelschein durch Wien. Besonders zur Zeit Maria The-resias waren derartige ,, Schlittagen" beliebt. Dazu mußten tausende Fuhrenvon Schnee in die Stadt verfrachtet werden. Die adeligen Teilnehmer über-boten einander in der Verwendung Aufsehen erregender Schlitten und hell-tönenden Schellengeläutes. Das schaulustige Publikum sah Gasselschlittenin Gestalt von Löwen, Schwänen, Seeungeheuern oder wie das Beispielaus dem Österreichischen Museum für Volkskunde zeigt- eines Damhir-schen. Die vorne zu einem Spitz zusammenlaufenden Kufen waren mitVogelköpfen bekrönt, sie trugen Mohren Glossary ::: show glossary-entry Mohren, Jäger, einen Bergmann mit Trian-gel oder die Allegorie des Winters. Im Fasching präsentierte man sich dazuin fantasievollen Kostümen. Nach dem Vorbild des Adels fanden die Gas-selschlitten auch auf dem Lande Verbreitung. Unter der bäuerlichen Bevöl-kerung galt der Stephani- Tag als beliebter Termin für eine winterlicheAusfahrt.
Wintersport
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Im Gegensatz zum Schlittschuhlaufen oder zum Rodeln blickt der Schi-lauf in den Alpen auf eine recht junge Geschichte zurück. Erst nachdem derNorweger Fridtjof Nansen im Jahr 1888 Grönland mit Schiern durchquerthatte, brach im Alpenraum eine große Begeisterung für das„, Schnee-schuhlaufen" aus. Dieses ,, Nansen- Fieber" erfaßte auch den aus Mährenstammenden und auf einem Bauernhof bei Lilienfeld lebenden NaturfreundMathias Zdarsky( 1856 – 1940), der nun begann, das Schifahren in Öster-reich zu propagieren. Obwohl zur selben Zeit auch an anderen Orten ersteVersuche im Schilaufen unternommen wurden, ist Zdarsky als der Vater desSchilaufs in Österreich anzusehen, weil er eine eigene Technik entwickelte,die es jedem ermöglichte, auch steile Hänge mit Schiern zu bewältigen.,, Mathias Zdarskys Lebenswerk besteht darin“, heißt es in einer Würdigung,,, daß er die Möglichkeit erdacht und verwirklicht hat, die unerschöpflicheund völlig einzigartige Kraftquelle des winterlichen Gebirges einem ganzenVolke zum Jungbrunnen werden zu lassen." Der Ruhm österreichischen