1997, Heft 1
Mitteilungen
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Aus dieser Übersicht wird deutlich, daß das geistliche Handeln mit demSterbenden und dann am Toten Agenden sowohl des Pfarrers als auch derLaien sind. Darüber hinaus ist die Versorgung der Leiche vom Zeitpunkt desTodes bis zur Bestattung Angelegenheit der jeweiligen Gesellschaft. Diesestellt sich in noch dörflich organisierten Bereichen in Verwandtschaft undNachbarschaft dar. Aufgrund der zunehmenden Trennung von Wohn- undArbeitswelt, der stärkeren Einbindung der Menschen in lohnabhängigeArbeiten gehen diese Aufgaben in städtischen Bereichen immer mehr aufgewerblich geordnete Institutionen23 über, ohne die eigentlich geistlichenAufgaben des Pfarrers dadurch im Kern zu berühren. Die Hospizbewegungund Handbücher zum Umgang mit Trauer, Tod und Sterben sind ein Beweisdafür, daß der geistliche Umgang mit diesen Themen neu vertieft wird. 24 Dassoll allerdings nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß durch diestädtische Säkularisation gemeinschaftsorientiertes Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum weithin ver-schwunden ist. Damit verlieren sich auch konfessionelle Besonderheiten.Die neueren Agenden evangelischer Kirchen und die reichlich vorhandenenHilfsmittel zur Predigtarbeit nehmen darauf bereits Rücksicht.
23 Das nun schon im 38. Jahrgang erscheinende Fachblatt„ Der ÖsterreichischeBestatter", herausgegeben vom Fachverband Bestattung in Wien, nimmt inseinen Artikeln ebenfalls auf gesellschaftliche und religiöse EntwicklungenBezug.
24 Neysters, Peter, Karl Heinz Schmitt: Denn sie werden getröstet werden. DasHausbuch zu Leid und Trauer, Sterben und Tod. 1993. Beutel, Helmut, DanielaTausch( Hg.): Sterben- eine Zeit des Lebens. Ein Handbuch der Hospizbewe-gung. Stuttgart 31993.