2002, Heft 3+ 4 Ein kykladisches Herodesspiel in Prosagriechisch
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des Hirten- und Soldatenlebens, aber auch der Volksmedizin, die vorallem der Arzt Machaon im fünften Akt vorbringt. Von besonderemvolkskundlichen Interesse sind die Bezeichnungen aus dem Masken-wesen( ,, kudunatos“, der Glockenbehangene, Narr, Verkleideter20,und„, mutzunaria“ für Maskierung, Sich- Verstellen²) sowie aus derDämonologie: drakaina, die Frau des drakos, der bekannten Mär-chenfigur des„ ogre“ aus den balkanischen Märchen", Drache,Wolfsmensch( lykanthropos), Geist( stichio, phantasma) 2³, gialou( die altgriechische Gello) 24 und kalikantzaros, der bekannte griechi-sche Zwölftendämon25.
Und hier beginnt die Sache auch neuerdings wieder interessant zuwerden, denn der Name des behenden und haarigen und in die Speisenurinierenden, dummen und bösartigen Zwölftendämons, der im Ge-gensatz zu anderen Brauch- und Verkleidungsetymologien( wie,, roga" und ,, perperuna“) 26 im byzantinischen Schrifttum nicht nach-
20 Puchner, W.: Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihreBeziehungen zum Volkstheater. Wien 1977(= Veröffentlichungen des Österrei-chischen Museums für Volkskunde 18), S. 395 mit dem einschlägigen Stichwortund Seitenverweisen.
21 Ebd., S. 397.
22 Als ,, dracul" im Rumänischen. Vgl. Karlinger, F.: Rumänische Märchen außer-halb Rumäniens. Kassel 1982, S. 13. Zum drakos in Auswahl Diller, I.: VomDraken, einer dämonischen Figur im griechischen Volksmärchen. In: Vom Men-schenbild im Märchen. Kassel 1982, S. 117-120, 154 ff. und Meraklis, M. G.:Drache und Drake. Zur Herkunft einer neugriechischen Märchengestalt. Über-einstimmungen und Abweichungen. In: Märchenspiegel 5/2( 1994), S. 5–8. Zurdrakaina auch Meraklis, M. G.: Studien zum griechischen Märchen. Eingeleitet,übersetzt und bearbeitet von W. Puchner. Wien 1992(= Raabser Märchen- Reihe9), S. 16.
23 Zur Übersicht über die neugriechische Dämonologie Puchner, W.: Groteskkörperund Verunstaltung in der Volksphantasie. Zu Formen und Funktionen somatischerDeformation. In: Innovation und Wandel. Festschrift für O. Moser. Graz 1994,S. 337-352( mit älterer Literatur), sowie Stewart, Ch.: Demons and the Devil.Moral Imagination in Modern Greek Culture. Princeton 1991. Als nun schonälterer Beitrag sei Vlachos, Th.: Geister- und Dämonenvorstellungen im südost-europäischen Raum griechischer Sprachzugehörigkeit. In: Österreichische Zeit-schrift für Volkskunde XXV/ 74( 1971), S. 217-248 angeführt.24 Puchner, Groteskkörper( wie Anm. 23).
25 Puchner, Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen( wie Anm. 20), S. 121 ff. mit der gesamtenweitverstreuten Literatur.
26 Puchner, W.: Beleški kum onomatologijata i etimologijata na bulgarskite igruckite nazvanija na obreda za důžd dodola/ perperuna( English summary:,, Notes on the Onomatology and the Etynology of Bulgarian and Greek Names