Aufsatz in einer Zeitschrift 
Reflexionen zum Fach : zur Situation der Europäischen Ethnologie/Empirischen Kulturwissenschaft in Österreich
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Brigitta Schmidt- Lauber, Reflexionen zum Fach

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herausfordern, über ihre Bedeutung und weitere Existenz nachzu-denken. Eine Verschlankung der Organe brachten die Änderungenjedenfalls nicht.

Bei alledem gibt es einen regen Austausch und Zusammen-arbeit zwischen verschiedenen Institutionen und Ländern. Die Refle-xion über das Fach und sein Auftreten hat in den letzten Jahren dieNähe zwischen Universitätsinstituten und Museen bestätigt undausgebaut. Ein standortübergreifendes museologisches Ausbildungs-konzept für die Studierenden ließ sich aus organisatorischen Grün-den zwar nicht realisieren, aber die Berührungspunkte und Koope-rationsinteressen zwischen Museen und Instituten sind evident undin Österreich besonders ausgeprägt. Volkskundemuseum und Uni-versitätsinstitut in Wien entwickelten zum Beispiel gemeinsam dasKonzept Campus Alltagskultur", das eine räumliche Fusion und inf-rastrukturelle sowie inhaltliche Bündelung von Kompetenzen vor-sah. Seit die türkis- grüne Regierung die längst überfällige Renovie-rung des Schönbornpalais und damit des Volkskundemuseum Wienerfreulicherweise zugesagt hat, die 2023 starten soll, ist das Vorhabenzu den Akten gelegt. Doch die stets rege Zusammenarbeit zwischenMuseum und Institut wurde in anderer Hinsicht intensiviert. Im BA-Curriculum des Studiums Europäische Ethnologie in Wien haben wirmit der kulturwissenschaftlichen Werkstatt" ein Format etabliert,das genuin das wissenschaftliche Arbeiten im Museum adressiert.Auch anderweitig äußern sich dichte Kontakte in Form von Veran-staltungen und universitären Ausstellungen im Museum oder in derVermittlung von Studierenden. Aber auch die Universitätsinstitutestehen in einem regen produktiven Austausch. Bei jährlichen Vernet-zungstreffen an abwechselnden Standorten tauschen wir Neuigkei-ten aus den Instituten in Graz, Innsbruck, Klagenfurt und Wien aus,informieren über Projekte und diskutieren hochschul- oder fach- undgesellschaftspolitisch relevante Themen. 2020 kam es zudem zumStart einer längerfristigen Kooperation zur Langzeitethnografie derKulturhauptstadtwerdung Bad Ischl- Salzkammergut 2024, an der allevier Universitätsinstitute im Wechsel mitwirken. Nach dem Prinzipdes forschenden Lernens untersuchen Seminargruppen jeweils unter-schiedliche Themen wie das vermittelte Geschichtsbild des Ortes bzw.der Region, die Partizipationsstrategien oder materiellen, politischenund sozialen Auswirkungen der Kulturhauptstadtwerdung.