Brigitta Schmidt- Lauber
Reflexionen zum Fach
Zur Situation der EuropäischenEthnologie/ EmpirischenKulturwissenschaft in Österreich
Das Fach Europäische Ethnologie, wie es in Wien seit dem Jahr2000 heißt, befindet sich aktuell in einer Umbruchphase, die nacheiner neuen Namensdebatte 2021 zur Umbenennung der„ DeutschenGesellschaft für Volkskunde“ in„ Deutsche Gesellschaft für Empiri-sche Kulturwissenschaft“ geführt hat. In der Folge hat sich auch der,, Österreichische Fachverband für Volkskunde“ 2021 in„ Österrei-chische Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft und Volks-kunde“ umbenannt. Im Nachfolgenden schaue ich aus der Perspek-tive des Wiener Universitätsinstituts bzw. aus akademischer Sichtals ehemalige Vorsitzende der Generalversammlung für EmpirischeKulturwissenschaft in Österreich auf diese Dynamiken. Zugleichreflektiere ich die bestehenden Kooperationen von Arbeitsfeldern,Regionen und Personen sowie die Vertretungsorgane in Österreich.
Im Jahr 2009 wurden alle drei Professuren an den österrei-chischen Universitätsstandorten Wien, Graz und Innsbruck mit Kol-leg: innen aus deutschen oder schweizerischen Universitäten besetzt- was auch als Ausdruck der geforderten und gewünschten Internati-onalisierung nicht nur unseres Faches betrachtet werden kann, zumalHausberufungen immer unüblicher werden und Mobilität gefordertist. Die Neuberufenen diskutierten die fachpolitischen Strukturenin Österreich, galt es doch für sie, Positionen und Rollen in neuenakademischen Verhältnissen zu finden. Die Entstehung und Auf-gaben der jeweiligen Fachverbände waren und sind in Deutschland( DGEKW), der Schweiz( SGV) und Österreich( Fachverband undVerein für Volkskunde) unterschiedlich, was ein Verständnis für dieLogik und Aufgaben der Fachinstitutionen erforderte. Schon damals