Aufsatz in einer Zeitschrift 
„Dorf der Frauen“ : ein Recherche- und Vermittlungsprojekt am Museum Wattens
(Tirol)
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ÖZV, LXXVI/ 125, 2022, Heft 1

Swarovski fand. Über den Bergsteiger Emil Reisigl fand sie Zugangzur Jungmannschaft der Wattner Sektion des Alpenvereins und ent-wickelte selbst eine Leidenschaft für die Natur im Gebirge. Ihre Bio-grafie ist im Museum Wattens erstmals 2020 zum Thema geworden.Im Rahmen des Schwerpunkts Von den Alpen in den Himalaya"mit Ausstellung, Filmabend, Vorträgen und Gesprächen hat sich dasHaus mit verschiedenen Facetten der Geschichte des Bergsports inWattens auseinandergesetzt. 49 Mit dem Dorf der Frauen bot sichnun eine adäquate Möglichkeit, dem Lebenslauf von Cilly Haidernachzuspüren. Über Andrea Brunner vom Museumsteam und ihreKontakte im alpinen Sport konnten Cilly Haiders Bergpartnerinnender 1960er Jahre für ein Interview gewonnen werden. Zum Terminim Museum Wattens brachten die noch immer aktiven Sportlerin-nen auch Dokumente wie eigene Aufzeichnungen aus der Zeit mit,die sie zur Erinnerung an die Freundin aufbewahrt hatten. Bei denerhaltenen Tourenbüchern handelt es sich um zwei kleinformatige,gebundene Notizbücher.50 Auf dem älteren, das Cilly Haider von 1962bis 1970 geführt hat, ist die Abbildung eines Alpinisten zu sehen, dervor strahlend blauem Himmel in der Wand hängt. Auf der erstenSeite ist ein getrocknetes Edelweiß aufgeklebt, darüber ist zu lesen: Meine Bergtouren. Das zweite Buch ist in beiges Leinen gebunden,mit dem Band hat Cilly Haider im Sommer 1970 begonnen. In denBüchern sind die Besteigungen kurz und bündig beschrieben, die Ein-träge werden von Fotos, Zeichnungen, gepressten Blumen, Stempelnund Unterschriften der jeweiligen Tourenpartner* innen ergänzt. ImInterview mit den einstigen Kameradinnen zeigte sich, wie unterstüt-zend die Bücher als Erinnerungsträger sind immer wieder wurdedarin geblättert, wurden Einträge mit den Daten in den eigenen Tou-renbüchern verglichen.51

49 Vgl. Von den Tiroler Alpen in den Himalaya. Eine Veranstaltungsreiheim Museum Wattens, September und Oktober 2020.

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Die Tourenbücher hatten sich bis dato in Privatbesitz befunden undkonnten im Rahmen des Projekts ebenfalls durch die Vermittlung vonAndrea Brunner mit einem Buchscanner von Elisabeth Waldhart digitali-siert werden, um sie im Museum zu archivieren und für Recherchen oderVermittlungsarbeit bereitzustellen.

Die ausgedruckten Scans( Replika) der Tagebücher haben sich auch fürdie Freundinnen von Cilly als wertvoll erwiesen, die Digitalisate konntendirekt mit ihnen geteilt werden.