2007, Heft 1
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sich auf Rituale des katholischen Jahrlaufes, obwohl es in der Steiermarkseit der Reformationszeit auch Landstriche mit überwiegend evangelischerBevölkerung gibt. Als besonderes gestalterisches Element lässt Koren vonder Grafikerin Erika Pochlatko an den Wänden einen umlaufenden Bildstrei-fen mit den Figuren und Symbolen aus dem„, Mandlkalender“ aufmalen. Ersetzt dabei voraus, dass die Zeichen des Kalenders den BesucherInnengeläufig sind, eine Tatsache, die zur Zeit der Einrichtung des Schauraumesnoch zutreffen mag, heute aber größeren Erklärungsbedarf hätte. Mit dieserNeugestaltung des Jahrlauf- Raumes erfüllt Hanns Koren einen Wunschseines Vorgängers Viktor Geramb.
, Vieles ist Brauch, echter Brauch, um uns und mit uns geformt, das wirnicht als Brauch erkennen oder ansprechen, weil es den Stempel der Selbst-verständlichkeit trägt und wir- zu Unrecht- Brauch als etwas Außerge-wöhnliches und etwas Besonderes betrachten. ,, 8
Diese Feststellung sagt viel über Korens Brauchverständnis aus. Beson-ders die Rituale des christlichen Jahrlaufes sind ihm von Kindheit an vertrautund er erwähnt später mehrfach, er habe auch in seinem Studium vieleFakten zur religiösen Volkskunde nicht ,, lernen" müssen, da sie ihm geläufigwaren. Die Beschäftigung mit Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum hat für Hanns Koren nicht nurwissenschaftlichen Hintergrund. Bräuche gehören mit großer Selbstver-ständlichkeit zu seinem Umfeld, er lebt sie, lebt sie vor und regt auch zuüberlegter Brauchpflege an. Wichtig ist für ihn, dass Überliefertes nichtunreflektiert weitergegeben wird. Er betont den ständigen Wandel und dasEntfaltungspotenzial in den einzelnen Brauchformen. Das persönliche Er-leben und Ausführen von Bräuchen hat für Hanns Koren große Bedeutungund so ist der Volkskundler häufig in ,, teilnehmender Beobachtung" durchdie Steiermark unterwegs und sucht gezielt den Kontakt zur Bevölkerung.Die gewonnenen Erkenntnisse und Eindrücke fließen in seine Museumsar-beit, in Vorlesungen und schriftliche Arbeiten ein.
Ein Brauch führt Hanns Koren auch noch lange nach seinem Ausscheidenaus dem Museumsdienst Jahr für Jahr ins Volkskundemuseum zurück: das,, Rachen und Sprengen“. Dieser Segensbrauch in der Weihnachtszeit wirdin den ländlichen Regionen der Steiermark vom Familienoberhaupt ausge-führt und führt durch Haus und Hof. Mit Räucherwerk und Weihwasserwerden Wohn- und Wirtschaftsbereich gesegnet. Die Familienangehörigenbegleiten betend oder schweigend den Hausvater auf diesem Umgang.Koren zelebriert diesen Brauch bis kurz vor seinem Tod alljährlich im
8 Zitat aus der Rede Hanns Korens ,, Die Kräfte der Heimat“. Zweite Tagung derHeimatforscher und der Arbeitsgemeinschaft für Volkskunde in Niederöster-reich, Krems a.d. Donau, 27.8.1961. In: Reden 1966, S. 157.