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Hermann Maurer
ÖZV LX/ 109
Abb. 2: Miniaturbild des19. Jahrhunderts. Ölmalerei auf
Blech eines unbekannten Künstlers.
Liedern besonders stark vertreten. Als Besonderheit sind einigenTexten auch die Melodien beigegeben. Wallfahrtslieder wurden auchim 19. und 20. Jahrhundert verlegt, man kennt unter anderem Exem-plare aus einer nicht näher bezeichneten Znaimer Druckerei¹7 undeinen unbezeichneten Druck, der aber von Ferdinand Berger¹8 in Hornstammen dürfte.
Wallfahrtsmünzen oder„ Betpfennige“ sind in Maria Dreieichenfür das 18. Jahrhundert nur selten belegt. 19 Diese dürften erst im 19.und 20. Jahrhundert eine größere Rolle gespielt haben, wie die be-kannt gewordenen Exemplare 20 aus Silber, Messing oder Aluminiumandeuten. Die Wallfahrtsmedaillen zeigen das Gnadenbild undmanchmal, hauptsächlich bei jüngeren Exemplaren, ist auch die Kir-che abgebildet.
Im 18. Jahrhundert gab es auch kunstvoll geschnitzte Gnadenbild-kopien zu erwerben, wie einige besonders schöne Stücke im Krahu-letz- Museum der Stadt Eggenburg erahnen lassen.21 Die Statuen ausHolz, Wachs oder Meerschaum, die auf Blech gemalten Ölbilder( Abb. 2) und die aus Papiermaché gepressten und bemalten Bilderdes 19. Jahrhunderts sind Zeugen einer ländlichen Hausindustrie,
17 Flugblatt ,, Chöre zur Dreieichner Wallfahrt", Znaim 1857( Sammlung des Ver-fassers).
18 Faltblatt des 20. Jahrhunderts ,, Maria Dreieichen- Lied". Der Text stammt aus derFeder von P. Alois Mair O.S.B.( Sammlung des Verfassers).
19 Dworschak, Fritz: Münzkundliches aus dem Waldviertel. In: Stephan, Eduard:Das Waldviertel 6. 1931, Taf. 3/3 und S. 84.- Gugitz: Gnadenstätten( wieAnm. 7), S. 98.
20 Peus, Busso: Wallfahrtsmedaillen des Deutschen Sprachraumes. Frankfurt amMain 1982, S. 127, und Belege in der Sammlung des Verfassers.
21 Vgl. Groiẞ, Franz: Auf den Spuren mährischer Wallfahrer in Österreich. In:Wallfahrtsorte in Mähren und Schlesien. Katalog des NÖ Landesmuseums, NeueFolge 350, 1994, S. 6.