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Hermann Maurer
ÖZV LX/ 109
wieder zu grünen. Der damalige Bürgermeister von Horn, der bürger-liche Färbermeister Sebastian Friedrich, wurde dadurch veranlasst,ein neues, diesmal aus Holz geschnitztes Vesperbild an dem Baumezu befestigen und in der Folge wurde eine einfache kapellenartigeÜberdachung hergestellt. Obwohl dadurch der wallfahrtsmäßige Zu-strom deutlich zunahm, entschloss man sich erst um 1730 zum Baueiner steinernen Kapelle, der 1744 der Bau der heutigen Kirche folgte,die aber erst 1819 vollendet wurde. Damit war die äußerliche Ent-wicklung dieser Wallfahrtsstätte weitgehend abgeschlossen. MariaDreieichen präsentiert sich seither als eine der bedeutendsten Wall-fahrten Niederösterreichs. Kirche, Bründl und möglicherweise auchder längst vergessene ,, Dreieichenstein“ waren oder sind die Anzie-hungspunkte, an die sich die bedarfsorientierten Devotionalienhand-lungen und Gaststätten reihen.4
Der heutige Besucher dieser Gnadenstätte, sei er nun Pilger oderTourist, kann nur spärliche Zeugen des einstigen frommen Vertrauensfinden. Vieles wurde im Laufe der Zeit vernichtet oder in alle Him-melsrichtungen verstreut. Die wenigen hier erhaltenen Objekte befin-den sich in der Schatzkammer, des weiteren im Pfarrhof von MariaDreieichen und einiges auch im Museum des Stiftes Altenburg.Hauptsächlich handelt es sich um Weihe- und Opfergaben vielfältigerArt, wie beispielsweise Kerzen, Votive aus Silber, Eisen oder Holz,darunter auch Nachbildungen erkrankter Körperteile.5
Umgebung Vgl. Stögmann, Arthur: Die Gegenreformation in der Stadt Horn1620-1670. In: Unsere Heimat 75, 2004, S. 322ff. und besonders S. 341ff.3 Diese Legende wurde in mehrere Sagensammlungen aufgenommen. Vgl. dazuKaltenbaeck, Johann Paul: Die Mariensagen in Österreich. Wien 1845, S. 227ff.Diese Veröffentlichung bringt auf S. 353 auch Zitate betreffend die ältere Drei-eichen- Literatur.- Gebhart, J.: Heilige Sagen in Österreich. Wien 1856, S. 426ff.4 Hoppe, Alfred: Des Österreichers Wallfahrtsorte. Wien 1913, S. 307ff.- Bieder-mann, Stephan: Maria Dreieichen. Ursprung u. Beschreibung der Gnadenkirche.Eggenburg 1931.- Schweighofer, Gregor: Maria Dreieichen. Horn 1952.Maurer, Hermann: Wallfahrten zum Bründl von Maria Dreieichen. In: Österrei-chische Zeitschrift für Volkskunde LIX/ 108. Wien 2005, S. 43ff.
5 Vgl. Egger, Hanna: Wallfahrten in Niederösterreich. Stift Altenburg 1985,S. 116ff. Auch mehrere Museen verfügen über diesbezügliche Bestände, wobeiallerdings die Provenienz manchmal wohl unsicher sein wird. Vgl. dazu bei-spielsweise Groiß, Franz: Heilung durch Magie und Volksglauben. Kunst desHeilens. Aus der Geschichte der Medizin und Pharmazie. Katalog des NÖLandesmuseums. Neue Folge Nr. 276. Wien 1991, S. 376.