Jahrgang 
109 (2006) / N.S. 60
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV LX/ 109

setzen sich Josef Redl, Wolfgang Meixner und Gerhard Siegl mit zentralenVertretern der österreichischen Agrarforschung( Karl Grünberg, HermannWopfner) auseinander. Auch der Norden und Nordwesten Europas, imAufsatzteil zunächst vermisst, finden am Ende des Buches doch nochBerücksichtigung: Der allerdings kurze Beitrag von Michael Limbergerskizziert am Beispiel der Publikationsreihe der Arbeitsgemeinschaft,, CORN"(= Comparative rural history of the north sea) zentrale Themen-schwerpunkte und Ergebnisse der agrarhistorischen Forschungen in denNiederlanden, Belgien, Großbritannien und Teilen Skandinaviens. Ange-sichts der Rolle, die die Agrargeschichte in diesen Ländern spielte und bisheute spielt, wäre hier ein umfangreicherer Überblick schon aufgrund desintendierten internationalen Vergleichs wünschenswert gewesen. Ein Stückweit ist dieser auch daran gescheitert, dass eine für einen Rezensionsessaygeplante Überblicksdarstellung zur ,, Rural history in the North sea area" zuRedaktionsschluss trotz gegenteiliger Verlagsankündigungen noch nichtvorlag. Konzeptionell stellt sich dennoch die Frage, warum im Aufsatzteildie agrarhistorischen Forschungen in Deutschland, Frankreich und Öster-reich in jeweils zwei bzw. drei Beiträgen thematisiert werden, während fürdie Forschungen zum Nordseeraum insgesamt lediglich zehn Seiten zurVerfügung standen.

Mäkeln allerdings lässt sich immer: Vor dem Hintergrund der Osterweite-rung der EU kommt auch Osteuropa in diesem internationalen Vergleich zukurz, hätten zumindest Polen und Tschechien mit ihrer regen agrarhistori-schen Forschung eigentlich eine eigene Abhandlung verdient. Da einewissenschaftliche Zeitschrift bekanntlich in der Regel ein vorgegebenes Seiten-limit hat, wäre diese Erweiterung um Nord-, Nordwest- und Osteuropa einePerspektive für einen weiteren Band eines Jahrbuchs, das mit ,, Agrargeschichteschreiben eine vielversprechende Eröffnung vorgelegt hat.

Barbara Krug- Richter

FREDE, Ulrike: ,, Unvergessene Heimat Schlesien. Eine exemplarischeUntersuchung des ostdeutschen Heimatbuches als Medium und Quellespezifischer Erinnerungskultur(= Schriftenreihe der Kommission für deutscheund osteuropäische Volkskunde in der Deutschen Gesellschaft für Volkskundee.V., Bd. 88). Marburg, N. G. Elwert Verlag, 2004, 398 Seiten, Abb.

Unter dem Titel ,,, Unvergessene Heimat Schlesien wendet sich UlrikeFrede in ihrer an der Universität Münster angenommenen und in der Schrif-tenreihe der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde in