Aufsatz in einer Zeitschrift 
„Grenzgänge“ : Eugenie Goldstern: Die Hausformen des Aostatales : Nachgelassene handschriftliche Aufzeichnungen aus dem Jahre 1922
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2006, Heft 3

Goldstern: Die Hausformen des Aostatales

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im Winter wie auch im Sommer das ganze Leben einer oft kinderreichen Familie. AusErmangelung einer Schlafkammer wird hier geschlafen, hier wird auch gekocht,gegessen, gearbeitet, hier versammelt man sich im Winter zu gemeinsamen Spinn-abenden, bei denen auch die Jugend hinsichtlich Unterhaltung auf ihre Kosten zukommen pflegt. Trotz diesen mannigfaltigen Aufgaben, die die Stallwohnung zuerfüllen hat, lässt sie in Bezug auf Geräumigkeit und hygienische Verhältnisse viel zuwünschen übrig; es macht sich Mangel an Luft, Licht und Sauberkeit geltend.Menschen und Haustiere wohnen hier eng nebeneinander, entweder ganz ungetrennt,was wohl die älteste und primitivste Glossar ::: zum Glossareintrag  primitivste Wohnweise sein dürfte, oder sind die beidenKategorien der Bewohner von einander teilweise, bezw. gänzlich getrennt. Man kannnoch heute verschiedene Arten dieser Trennung beobachten; möglicherweise bildensie einzelne Phasen in der allmählichen Entwicklung der Holzwand, die den mensch-lichen Wohnraum vom eigentlichen Stall[ 16] endgiltig abzusondern droht( Fig. 3)Betrachten wir nun die einzelnen Versuche, in Cogne den Wohnraum vom Stall zu

trennen.-

State

State

Stall

Welemhaum

Traum

Bact

Stave

Stell

Britt

Woherraum

Never

What do

Fig. 3. Verschiedene Arten der Trennung des Stalles vom Wohnraum innerhalb derStallwohnung. Cogne.25

1. Wohnraum und Stall nicht von einander getrennt.

Bei dieser primitivsten Glossar ::: zum Glossareintrag  primitivsten Form der Stallwohnung sind die Kastenbetten kotsa ge-wöhnlich in der Nähe der Eingangstür längs der Wand angebracht, so dass hier derWohnraum vom eigentlichen Stall nur durch einen offenen Jauchekanal abgesondertwird( Fig. 3).

2. Trennung des Wohnraumes vom Stall durch die Betten.

Der erste Versuch, die vorhin einheitliche Stallwohnung[ 17] in zwei Räume zuspalten, geschieht durch die Querstellung des einen, bezw. der beiden Kastenbetten,

25 In den Abb. 2-6 sind der Anschaulichkeit wegen im Wohnraum nur die Betteneingezeichnet, denn für den Entwicklungsvorgang der Trennung des Wohnrau-mes vom Stall kommt dieses Möbelstück hauptsächlich in Betracht.