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Literatur der Volkskunde
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andere Länder Ost- und Südosteuropas. Dies hat sich nun grundlegendgeändert, doch die Haltung der amerikanischen, französischen, englischen-und seit etwa 25 Jahren auch der griechischen- Anthropologen gegenüberden volkskundlichen Quellen und Archivalien hat sich kaum verändert. Dasbedeutet, dass diese auch weiterhin vor dem Vorwurf der„, Ideologiebelas-tetheit“ und„, Ethnozentrik“ nicht benützt werden, während die jungenNachwuchsvolkskundler sehr wohl über die aktuellen Methoden der Kultur-und Sozialanthropologie Bescheid wissen. Umstritten ist auch die Frage derNamensgebung, der ein symbolhafter Charakter nicht abgesprochen werdenkann. Die Wortprägung von Nikolaos Politis 1909,„ Laographia"( Volksbeschreibung), ein Ausdruck der hellenistischen Zeit, der mit Demo-graphie zu tun hat, entspricht in seiner Universalität der deutschen ,, Volks-kunde“, hat aber keine ideologische Korruption erfahren wie diese. Mit derTrennung der Volkskulturforschung in Folklore und Ethnographie/ Ethnolo-gie, wie sie in den ehemaligen sozialistischen Ländern üblich war, demSonderfall England( Folklore) und Frankreich( Ethnologie), der deutschenSpaltung dieser Wissenschaftsdisziplin in Ethnologie( außereuropäischeVölker) und Vergleichende Volkskunde( Europa), aus der der ältere skandi-navische Vorschlag der ,, Ethnologia europaea“ zu verstehen ist, haben diewohlbekannte Terminusverwirrung verursacht, die nach 1968 zu vielfälti-gen Umbenennungen, nicht aber zu einer tatsächlichen Änderung von In-halten und Methoden geführt hat. Das Begriffsinstrumentarium der Kultur-und Sozialanthropologie, hat inzwischen aus den eigenen Reihen essentielleKritik erfahren und ist in der New Anthropology einem Trend zur bloßenErfassung der Reaktionen des Forschers auf sein Feld gewichen. Nach demWegfall der Kolonialherrschaft wendet die Anthropologie sich verstärkt demeigenen Kulturraum bzw. den europäischen und westlichen Massenkulturenzu und entdeckt den Wert und die Qualität der ,, Insider- Anthropologen" inder ,, Dritten Welt Glossar ::: zum Glossareintrag Welt", die nicht aus Abstand urteilen, sondern als Kenner ausder Nähe. Dafür sind, zumindest was den europäischen Raum betrifft, dieklassischen Volkskundler, versehen mit dem vielfältigen Begriffsinstrumen-tarium und den verschiedenen Theoriebildungen der Anthropologie, Sozio-logie, Alltagsgeschichte usw., geradezu prädestiniert. Somit kommt es inGriechenland zu der paradoxen Situation, dass die griechischen Anthropo-logen mit importierten eurozentrischen und westlichen" Begriffsinstru-mentarien arbeiten, die dem ,, großen“ Abstand der Kolonialisten angehörenund dabei die Faktenbestände, Komparationen, Kartographierungen, Flä-chenerfassungen usw. der Volkskunde verschmähen, um zu eigenen Ergeb-nissen zu gelangen, die in der künstlichen case- study- Form isoliert dastehenund nicht immer unbedingt einen entscheidenden Forschungsfortschrittbedeuten.