Jahrgang 
106 (2003) / N.S. 57
Seite
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2003, Heft 4

Chronik der Volkskunde

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Außerdem wurde der Wunsch nach Verlängerung des Kurses und nach mehrpraktischen Übungen laut.

In einem waren sich jedoch alle einig: Dass es notwendig wäre, solcheKurse regelmäßig, wenn schon nicht jährlich, dann vielleicht alle zwei Jahreabzuhalten, eventuell mit einer theoretischen Begleitvorlesung über einSemester hindurch. Auch die Zusammenarbeit der drei Institute im Rahmendieses Kurses wurde von allen StudentInnen sehr begrüßt.

Birgit Hadler

,, Museum und Politik"

15. Österreichischer Museumstag vom 25. bis 27. September 2003in Innsbruck

Der 15. Österreichische Museumstag, der zugleich den 11. GesamttirolerMuseumstag darstellte, fand von 25. bis 27. September im KongresshausInnsbruck statt und wurde von ICOM Österreich, dem ÖsterreichischenMuseumsbund und dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum organisiert.Als Schwerpunktthema stand ,, Museum und Politik auf dem Programm.

Der Reigen der Begrüßungsreden wurde von Gert Ammann, Direktor desFerdinandeums, in seiner Rolle als Gastgeber eröffnet: Er definierte dieMuseen als Orte der Beständigkeit und zugleich der Veränderung, die aufgesellschaftliche Bedürfnisse reagieren, aber auch aktiv Akzente setzen unddamit Politik machen. Er unterstrich in diesem Zusammenhang die Kompe-tenz der Museen, Grundlagen für die Bewältigung von Problemen zu erar-beiten, und betonte die Verantwortung der Politik, ihre kulturelle Basisfunk-tion ernst zu nehmen. Anschließend erinnerte Günther Dembski, Präsidentvon ICOM Österreich, in seinen Grußworten an die Situation zahlreicherMuseumslandschaften, in denen der Einfluss der Politik stark zu spüren sei,so etwa in Frankreich oder noch drastischer durch Kriege wie im Gebiet desehemaligen Jugoslawien und im Irak. Es folgte Peter Assmann, Präsidentdes Österreichischen Museumsbundes, der auf den öffentlichen und damitvon vorneherein auch politischen Charakter von Museen hinwies: Museenerfüllen eine Aufgabe für die Gemeinschaft; sie schaffen und sammelnErkenntnisse, vermitteln diese, sind Kommunikationszentren und tragen zurIdentitätsstiftung bei. In ihren Aufgaben werden die Museen jedoch von derPolitik unterschätzt. So wäre es wichtig, im Zusammenhang mit der Priva-tisierungsdiskussion die politischen Werte der Institution Museum ins Zen-trum und vor allem ins Bewusstsein der Entscheidungsträger der Verwaltung