2003, Heft 3
Mitteilungen
333
Mexiko. Dort bestaunte er ein Osterfest, bei dem Feuer entzündet wurden.Aufgefordert selbst ein Feuer zu entzünden, versetzte er einen ausgetrock-neten Kaktus in Brand. Durch die dünnen Kapillaren fraß sich das Feuerdurch und brach an ungeahnten Stellen neu aus. ,, Vom brennenden Kaktuszum Event beim, steirischen herbst' war es tatsächlich nur ein Schritt, dennauf dem Flug heimwärts erzählte er nichtsahnend einem Reisegefährtenüber seinen Umgang mit dem Feuer, und dieser entpuppte sich als Organi-sator in dem renommierten Kunstfestival.“ 20 Im Laufe der 1980er und1990er Jahre realisierte er zahlreiche Performances in Innsbruck, Wiensowie in den USA und Japan. Seine Tätigkeit brachte ihm 1989 sogar einenLehrauftrag an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien ein.
Im Hinblick auf die Feuerbräuche in Tirol ist das Jahr 1997 entscheidend.In diesem Jahr gründete er die Initiative ,, FeuerBerge“, mit der er eineVerbindung zwischen Brauch und zeitgenössischer Kunst suchte: ,, Im TirolFestival FeuerBerge begegnen sich Volkskultur mit Wissenschaft und Zeit-kunst, werden Tradition und Moderne thematisiert.(...) Zwischen Brauch-tum Glossar ::: zum Glossareintrag tum und moderner Kultur können vielfältige Spannungsbögen geschaffenwerden: Literatur, Musik, Kunst nehmen Stellung zur Beziehung von Menschund Universum." 21
Nach dem Festival von 1998, bei dem zahlreiche Aktionen mit Feuerdurchgeführt wurden, stach die Aktion FeuerBerge vor allem 1999 ins Auge.In Zusammenarbeit mit den Tiroler Bezirksblättern veranstaltete GebhardSchatz einen„, Bergfeuerwettbewerb“. Ein Ziel des Wettbewerbs war, die,, Kommunikation zwischen allen Bergfeuermachern zu vertiefen" 22 sowieden Stellenwert der Berg- und Sonnwendfeuer zu unterstreichen. ,, Gemein-sam mit den Tiroler Bezirksblättern veranstaltet die Initiative, FeuerbergeTirol 99' einen großen Bergfeuerwettbewerb. Wie beim Blumenwettbewerbsoll hier die Vielfalt und Lebendigkeit der Bergfeuerkultur bekannt gemachtwerden.“ 23 Die zahlreich eingesandten Fotos von Sonnwend- und Herz-Jesu- Feuern kamen vor allem aus dem Tiroler Oberland und dem Außerfern,vereinzelt auch aus dem Unterland sowie aus Naturns in Südtirol. Sieger desWettbewerbs waren Gruppen aus Ehrwald und Lermoos, der Preis war einBierfest im Wert von 10.000,- Schilling, gesponsert von Kaiser Bier. DieSiegergruppe rund um Karl Heinz Somweber zeichnete zur Sonnwende mitmehreren kleinen Feuerstellen in etwa 2000 m Seehöhe an eine Bergwandnahe Lermoos den Kopf eines Adlers.„ Viel Mühe für genaue Vermessungs-pläne unter Berücksichtigung der Verzerrung, das Füllen der Papiersäcke20 Schatz, Gebhard: Feuer und Kunst. In: Arunda 44, 1996, S. 7.
21 Feuerberge, Programm zum Aktionstag am 20.06.1998.
22 Blickpunkt- Ausgabe Imst vom 05.06.1999.
23 Blickpunkt Ausgabe Imst vom 26.05.1999.