2003, Heft 2
Metamorphosen einer Kulturlandschaft
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dungen des Campus 21. Nur 12 km vom Stephansdom entfernt, miteigener Autobahnanbindung an die A21, liegt der Businesspark direktam künftigen ,, Europakreuz“, der Schnittstelle von A2, A21 undgeplanter B 301. Ein Campus- Shuttle pendelt zwischen dem Business-park und den nahen U- und S- Bahnstationen. Wenn auch nicht alleBüros bereits besetzt sind, so ist doch offensichtlich, daß die Beschäf-tigten hier zu einem hohen Prozentsatz aus Wien stammen. Dies istein Hinweis auf die Verselbständigung des Umlandes. Es entsteht eineneue Siedlungs-, Bau- und Sozialstruktur der städtischen Randzonen,die auch neu zu definieren ist.
3. Bau- und Wohnstruktur im südlichen Wiener Umland
3.1 Historische Hausformen
Im Wiener Umland handelt es sich um ursprünglich dörfliche Struk-turen, die Siedlungen sind mehrheitlich Straßen- und Angerdörfer miteiner geschlossenen Bebauung, mit den für den Osten Österreichstypischen Formen bäuerlicher Gehöfte wie dem Streckhof, Hakenhofoder den Dreiseithöfen. Im 19. Jahrhundert wurde bei den bäuerlichenGehöften der Wandel von den Giebelhäusern zu den Breitfassaden-häusern vollzogen. Die Weinhauerhäuser besitzen oft ein Stockwerk.In den kleinstädtischen Ortszentren befinden sich die zweistöckigenBürgerhäuser der Renaissance und des Barocks, ergänzt um dieBauten des Historismus.
3.2 Das Einfamilienhaus im Grünen kontra mehrgeschoßiger Wohnbau
Das Einfamilienhaus ist die dominierende Bauform in den Umland-gemeinden. Im Wiener Raum wußte bereits in der Renaissance derAdel, und seit dem Biedermeier auch das Bürgertum, den Aufenthaltauf dem Land und die frische Luft als Inbegriff des gesundenLebens im Gegensatz zur ,, kranken und schmutzigen Großstadt“ – zuschätzen. Durch den Bau der Bahn und durch die romantisch- ästhe-tisierende Bewunderung der Natur und des„ reinen ländlichen Le-bens" wurden das Landleben und die Sommerfrische für jede groß-bürgerliche Familie, die etwas auf sich hielt, zu einem gesellschaft-