2003, Heft 2
Metamorphosen einer Kulturlandschaft
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und 1803 nur eine kürzere und kostengünstigere Variante, von Gun-tramsdorf ausgehend, in der Gesamtlänge von 56 km fertiggestellt.Am Kanal wurden mehrere Fabriken, z.B. die Papierfabrik Gun-tramsdorf und Biedermannsdorf errichtet. Mit dem Bau der Südbahnverlor diese Verkehrsverbindung allerdings an Bedeutung. Der Bauder Bahn und die damit steigende Mobilität war im 19. Jahrhundertder bedeutendste Faktor für die Erschließung dieses Gebietes. Im Jahr1839 wurde die Strecke Wien- Gloggnitz eröffnet, 1842 bis 1857erfolgte der Ausbau der Trasse Wien- Mürzzuschlag- Graz- Laibach-Triest. Die Errichtung der A2, der Südautobahn- mit dem Bau wurde1959 begonnen- und des Flughafens Schwechat trugen zu den dyna-mischen Entwicklungen in der Nachkriegszeit bei.
Der dynamische sozioökonomische Wandel und der Aufstieg derGemeinden Vösendorf, Brunn am Gebirge, Wiener- Neudorf, Gun-tramsdorf, Biedermannsdorf, Traiskirchen u.a. begann erst nach demZweiten Weltkrieg. Der Rückgang der landwirtschaftlichen Produk-tion seit den sechziger Jahren war ein Anlaß, die nicht mehr fürAckerbau genützten landwirtschaftlichen Flächen in Bauland umzu-widmen. In den sechziger und siebziger Jahren erfaßte die Euphoriedes modernen Bauens nicht nur die Stadt Wien, sondern auch dieGemeinden im Umland der Bundeshauptstadt. Zwischen der A 2 undder Bundesstraße B 17( der ehemaligen Triester Straße) entstandenneue Handels- und Industriezonen, wie z.B. die SCS in Vösendorfsowie das Industriezentrum in Brunn am Gebirge. Ein weiteres Indu-striezentrum NÖ- Süd( auf dem Gelände der 1945 zerstörten„ Ost-mark- Werke“) wurde auf dem Gemeindegebiet von Wiener Neudorf,Guntramsdorf, Biedermannsdorf und Laxenburg errichtet und wirdheute weiter ausgebaut. In Maria Enzersdorf- Südstadt wurde dasgroße Bundessportzentrum- Süd errichtet.
Entlang der B 17 und der Südbahn entstanden in den sechziger undsiebziger Jahren neue Wohnsiedlungen, meist Rastersiedlungen mitEinfamilienhäusern in offener Bauweise. Auf dem Gemeindegebietvon Maria Enzersdorf wurde zwischen 1960 und 1976 die sogenannteSüdstadt errichtet mit diversen Wohnformen von Hochhäusern biszu Atriumshäusern. Die Gemeinde Wiener Neudorf errichtete nebender B 17 die Hochhäuser auf dem sogenannten Reisenbauerring – so,als ob sich die Gemeinde Wiener Neudorf nach einem städtischenGepräge sehnen würde. Damals galt wohl das Städtische als fort-schrittlich, das Ländliche als zurückgeblieben.