Aufsatz in einer Zeitschrift 
Metamorphosen einer Kulturlandschaft : Bau- und Wohnformen im südlichen Umland von Wien
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2003, Heft 2

Metamorphosen einer Kulturlandschaft

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bahn, Wasser) hinaus vor allem auch technologische und wirtschaft-liche Entwicklungen sowie unsichtbare, dynamische Prozesse( dieMenschen und ihre Handlungen, Ideologien und Konflikte) berück-sichtigen.

Die Siedlungsexpansion für Industrie-, Einkaufs-, Wohn- und Er-holungszwecke in den letzten Jahrzehnten führte, neben vielen posi-tiven Effekten( u.a. das Wirtschaftswachstum und die Erhöhung derWohnqualität der Bevölkerung), vor allem im südlichen Wiener Um-land einer Kulturlandschaft mit traditionellen kleinstädtischen unddörflichen Strukturen- zu negativen Begleiterscheinungen wie etwaeinem anwachsenden motorisierten Individual- und Güterverkehr,einem dramatischen Anstieg des Flächenverbrauchs und einer Zer-siedelung der Landschaft. Eine zunehmende Polarisierung zwischenden Wohnvororten und den Einkaufs- bzw. Industrievororten machtsich hier bemerkbar. Im Fall des Wiener Umlandes wird in derÖffentlichkeit vielfach argumentiert, daß es durch die Suburbanisie-rung der Umlandgemeinden zunehmend zu einer Verdrängung be-ziehungsweise Zerstörung traditioneller kleinstädtischer und ländli-cher Siedlungsstrukturen kommt. Einige der wiennahen Gemeindenbefürchten, durch das Auspendeln der Arbeitskräfte, den Kaufkraft-abfluß und die Abwanderung von jungen Menschen infolge der hohenWohnungs- und Grundstückspreise von der Metropole absorbiert zuwerden. Dabei verlaufen die Entwicklungen je nach Gebiet undGemeinde unterschiedlich.

Das Ziel der städtischen Expansion zu Wohnzwecken in den sech-ziger Jahren waren im südlichen Wiener Umland zunächst die land-schaftlich reizvollen Gegenden des Wienerwalds und dessen östlicheAbhänge zum Wiener Becken. Hier befinden sich traditionelle Wein-bau- und Sommerfrischeorte wie Perchtoldsdorf, Gießhübl, Brunnam Gebirge, Maria Enzersdorf, Mödling, Gumpoldskirchen, Baden,Bad Vöslau u.a. In den Hanglagen dieser Orte finden sich neben denWeingärten Villen und Einfamilienhäuser, die heute zu den exklusiv-sten und teuersten am Immobilienmarkt zählen. Die räumliche, bau-liche und soziale Entwicklung der Gemeinde Perchtoldsdorf ist eingutes Beispiel für diese Eroberung der Landschaft. Als Standort vonIndustriebetrieben konnte und wollte diese Marktgemeinde nie einegroße Bedeutung erringen. Vielmehr hat es Perchtoldsdorf verstan-den, sich bereits zwischen 1860 und 1918 als begehrter Sommerfri-scheort für die Wiener und als einer der beliebtesten Wohnorte im