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Vera Mayer
ÖZV LVII/ 106
Mit der gewachsenen Mobilität der Bevölkerung und der Verlagerungvon ursprünglich auf den Kernraum konzentrierten Versorgungs-einrichtungen und Arbeitsstätten sind neue Raumsysteme entstanden,die mit gravitativen Kern- Rand- Modellen( Zentrale- Orte- Modell,Modell der Stadtregion, Modell der Regionalstadt) nur noch unvoll-ständig abgebildet werden können. Die neue postfordistische Metro-pole entwickelt sich zu einem polyzentrischen Gebilde, das aus einemGeflecht ungleich entwickelter Siedlungsgebiete und neuer Standor-te, die im idealen Fall untereinander durch Autobahnen und Schnell-bahnen verbunden sind, besteht.
Eine Vielzahl an Begriffen versucht dabei, die neuen funktionalenund physiognomischen Raumeinheiten am Stadtrand zu charakteri-sieren. Neben der Suburbanisierung sind es Begriffe wie Ballungs-gebiet, Verdichtungsgebiet, Stadtregion, Agglomeration, Peripherie,Stadtumland, Stadtrand ,,, Outskirts", periurbaner Raum, Zwischen-stadt ,,, urban sprawl“,„, Outer City“,„ Edge City" und nicht zuletztder Ausdruck Speckgürtel. Die inhaltlichen Füllungen und Abgren-zungen der Begriffe bleiben dabei oft unscharf und eine unkritischeÜbernahme der für amerikanische Entwicklungen geschaffenen Ter-minologie wird als problematisch angesehen. Diese Vielfalt derBegriffe ist auch ein Hinweis auf die räumlich und qualitativ unter-schiedlichen Stadien dieser Prozesse in Nordamerika und Europa. Dievielfältigen Bezeichnungen sind weiters ein Hinweis darauf, daß dieKulturlandschaften in den städtischen Randgebieten in ihrer Komplexi-tät sehr schwer erfaßbar sind, unter anderem auch deswegen, weil siesich in einem permanenten, intensiven Umwandlungsprozeß befinden.
Eine COST- Aktion( C 10), die dieses Phänomen interdisziplinärund international untersucht, bezeichnet die Randzonen der Städtewertneutral als„, Outskirts". Im folgenden wird der Begriff ,, Randge-biete" verwendet, der ausschließlich auf die Lage, nicht aber auffunktionale Verflechtungen zu den Kernstädten abzielt. Als Randzo-nen bzw. Outskirts werden nach dieser Arbeitsdefinition räumlicheBereiche der Städte bezeichnet, die sich außerhalb der dicht bebautenKernstadt befinden. Zu den Randzonen gehören daher die äußerenStadterweiterungsgebiete( Teile des 10., 11., 20. bis 23. Bezirks) unddas Umland von Wien die suburbanen Zonen sowie die sich imUmland befindlichen kleineren urbanen Zentren. Dieser Beitrag setztsich mit den Entwicklungen im südlichen Wiener Umland auseinander.
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5 Burdack/ Herfert: Neue Entwicklungen( wie Anm. 1).