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Vera Mayer
ÖZV LVII/ 106
schen 1991 und 2001 um 9,1%-Punkte), hat die Stadt Wien 1981 ihrenBevölkerungstiefstand mit-5,5%-Punkten, im Vergleich zur Volks-zählung 1971, erreicht. Seit den achtziger Jahren ist die Bevölke-rungszahl in Wien leicht angestiegen( zwischen 1991 und 2002 um1,5%-Punkte). Während die Bevölkerungszahlen in Wien Mitte undWien West weiterhin rückgängig sind, verläuft die Bevölkerungs-entwicklung im Nordosten der Stadt Wien äußerst dynamisch. Nacheinem Bevölkerungsrückgang zwischen 1961 und 1991 ist zwischen1991 und 2001 im Nordosten die Bevölkerung um 17,7%-Punkteangewachsen. In absoluten Zahlen weist der Nordosten der Stadt diehöchsten Bevölkerungszahlen auf. Dies ist auf die umfangreicheWohnbautätigkeit in den Entwicklungsachsen zwischen Floridsdorfund Stadlau zurückzuführen. Auch die südliche EntwicklungsachseWiens verzeichnet seit den achtziger Jahren leichte Bevölkerungs-zuwächse. Insgesamt sind in den Stadterweiterungsgebieten an derNordost- und Südachse der Stadt Wien durch die Neubautätigkeitzwischen 1961 und 1981 rund 85.000 neue Wohnungen entstanden.
Das Jahr 1962 bedeutete dabei einen Meilenstein in der Geschichtedes sozialen Wohnungsbaus der Stadt Wien. Anfang Oktober wurdenämlich der erste städtische Fertigteilbau im Rohbau vollendet. Vondieser fortschrittlichen, rationalen und funktionalen Bauweise ver-sprach man sich ein Eindämmen der quantitativen und qualitativenWohnungsnot. Als eine erhoffte Steuerungsmaßnahme gegen dieWohnsuburbanisierung und das Zweitwohnungswesen zeigten dieEinführung der Montagebauweise und die intensive Bautätigkeitallerdings wenig Erfolg. Die in den sechziger und siebziger Jahreneinsetzende Stadtflucht wird auch in Wien als die Reaktion derMenschen auf die ,, Unwirtlichkeit der Städte“, die Umweltbelastung,das Verkehrschaos und den Lärm, auf die Stadt als Ort der Aggressioninterpretiert( Push- Faktoren). Weitere Gründe für die Wohnsubur-banisierung sind der Wohlstand der kaufkräftigen Mittelschicht mitihren erhöhten qualitativen und quantitativen Wohnraum- und Flä-chenansprüchen, die gestiegene Mobilität, neue Kommunikation-stechnologien und nicht zuletzt die niedrigeren Grundstückspreise imUmland( Pull- Faktoren).'
Die Gründe für die Industrieverlagerung lagen in der Krise derfordistischen Massenproduktion und in der darauf folgenden Dein-1 Burdack, J., G. Herfert: Neue Entwicklungen an der Peripherie europäischerGroßstädte. Ein Überblick. In: Europa Regional 6( 1982), Heft 2, S. 26–44.