Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde117 (2014) / N.S. 68Maase, Kaspar: »Lebensneugier« und die »magische Kraft« der Kunst

  
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»Lebensneugier« und die »magische Kraft« der Kunst : Anmerkungen zur Populärkulturforschung in der Volkskunde und Post-Volkskunde
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30 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXVIII/ 117, 2014, Heft 1+ 2

zu dem vom Autor heute vertretenen Ansatz der Populärkulturanalysehinführt.1

Darüber hinaus regen die folgenden Rückblicke vielleicht dazu an,den Denkstil des Faches in Sachen populärer Unterhaltung und Ver-gnügung klarer herauszuarbeiten. So könnten möglicherweise jenenicht bewussten Axiome und Perspektivierungen besser der Reflexionzugänglich werden, die auch die heutige Arbeit derer prägen, die sichbisher nicht mit der volkskundlichen Vorgeschichte ihrer Forschungenauseinandergesetzt haben.²

Jedenfalls sind dies die Interessen, die den folgenden explorativenAusflug in die Fachvergangenheit leiten. Zunächst werden aus der Vogel-schau einige Ausgrenzungs- und Thematisierungsmuster aufgegriffenund dann etwas detaillierter verfolgt, wie sich VolkskundlerInnen mitpopulären Lesestoffen befasst haben; das geht abschließend über in diepostvolkskundliche Traditionskonstruktion.

Randständigkeit

Der Hauptbefund ist trivial: Moderne Populärkultur gehörte überGenerationen faktisch nicht zum Kanon der legitimen volkskundlichenForschungsgegenstände.³ Die Gründe dafür sind vielfältig; sie wandelten

1 Darin werden unter Populärkultur- als Hausnummer die modernen kommer-ziellen Angebote und Praktiken der Unterhaltung und Vergnügung verstanden, inderen Zentrum die Massenkünste stehen. Die Betonung des kommerziellen Cha-rakters dient der historischen Spezifizierung; Fanaktivitäten und Inhaltsproduktiondurch Nutzer sind selbstverständlich wichtige Elemente in den Interaktionsnetzenpopulärer Kultur. Vgl. dazu den Band von der ersten Kommissionstagung: Chris-toph Bareither, Kaspar Maase, Mirjam Nast( Hg.): Unterhaltung und Vergnügung.Beiträge der Europäischen Ethnologie zur Populärkulturforschung. Würzburg

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2013.

Anregungen für einen befremdenden Blick auf( wiederum nach Instituten differen-zierbare) Denkstile in der heutigen Europäischen Ethnologie gibt: Tobias Schwei-ger, Jens Wietschorke( Hg.): Standortbestimmungen. Beiträge zur Fachdebattein der Europäischen Ethnologie. Wien 2008.

Hier sei nur verwiesen auf das Schlagwortregister zu den ersten 90 Jahrgängender Deutschen Zeitschrift für Volkskunde, 1891–1994. Die Medien Fernse-hen, Grammophon, Radio, Schallplatte sowie das Kino sind dort nicht vertre-ten; zum Film werden fünf Beiträge zum volkskundlichen Film aufgeführt.