>> Lebensneugier<< und die>> magische Kraft<< der Kunst.Anmerkungen zur Populärkultur-forschung in der Volkskundeund Post- Volkskunde
Kaspar Maase
Der Beitrag geht einigen Linien der( Nicht-) Befassung mit moderner Populärkultur inder Volkskunde und Europäischen Ethnologie nach. Er fragt nach den Gründen für dieRandständigkeit des Themas und danach, unter welchen Prämissen es seit den späten1950ern integriert wurde. Anhand von Arbeiten zu populären Lesestoffen wird vorge-schlagen, ästhetische Beziehungen ins Zentrum post- volkskundlicher Populärkulturfor-schung zu rücken.
Vorbemerkung
Dieser Beitrag geht zurück auf Diskussionen im Zusammenhang derGründung der Kommission» Kulturen populärer Unterhaltung undVergnügung«< in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde 2011. ZweiFragen stellten die InitiatorInnen sich und anderen: Aus welchen Grün-den wurde ein Phänomen, das so unübersehbar im Zentrum alltäglicherLebensführung steht wie die Massen- oder Populärkultur, erst derartspät zum Gegenstand einer Fachkommission? Und: Kann man trotz derRandständigkeit des Themas vielleicht doch einen disziplinspezifischenZugang erkennen, der sich seit 1900 herausgebildet hat? Wenn ja: Wiewäre der zu kennzeichnen? Der Text geht beiden Fragen allerdings nichtim Format einer umfassenden fachgeschichtlichen Studie nach, sonderneher, auf schmaler Datenbasis, mit punktuellen Sondierungen. Die sindzweifellos wesentlich bestimmt durch den Standort, von dem aus sievorgenommen werden. Etwas bescheidener sollte man das Vorhabenvermutlich beschreiben als Versuch, eine Traditionslinie zu ziehen, die