Trautenfels unter der Leitung von Franz Stadler einen wichtigen Beitrag zum Mas-kenwesen des Winterhalbjahres in der Obersteiermark. Nach der Rückgabe zeigtman dieses Material nun auch im Schloß Trautenfels, wobei man die Ausstellung umeine Dokumentation des Sommerbrauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Sommerbrauchtums ergänzte und somit die Ausstellung zueinem abgerundeten Überblick über das Jahresbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Jahresbrauchtum des Bezirkes Liezengestaltete.
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Zu dieser Neuaufstellung verfaßte Franz Stadler eine informative Begleitveröf-fentlichung. Darin werden die einzelnen Bräuche- geordnet nach Winter- und Som-merhalbjahr kurz beschrieben und ihre örtliche Verbreitung bzw. die Termineihres Auftretens mit Karten und instruktiven Graphiken dargestellt. Als Ergänzungfügt Franz Stadler ein Glossar zu den Masken, Brauchtumskleidern Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumskleidern und-geräten undeine Übersicht über das Material und die verschiedenen Arten und Möglichkeitender Maskengestaltung an. Zusätzlich werden die einzelnen Bräuche noch mit histori-schem Fotomaterial dokumentiert. Das ergibt insgesamt einen guten Überblick überdie vielfältigen Erscheinungsformen der Bräuche innerhalb des Bezirkes Liezen.Daß dabei noch Ergänzungen möglich sind, hängt wohl mit der großen Ausdehnungdieses Bezirkes und mit dem ständigen Auf und Ab im Brauchleben zusammen. Esist nämlich den beiden Belegen über das Glöcklerlaufen in Stainach und Triebennoch ein dritter in Wildalpen hinzuzufügen, wo ich zu meiner eigenen Überraschungim Museum den Hinweis fand, daß auch in diesem Ort das Glöcklerlaufen zu Beginnunseres Jahrhunderts von einem Ebenseer eingeführt wurde und daß es zumindestseit etlichen Jahren wie etwa auch der Thomasbrauch von Gams bei Hieflau-wieder traditionell am entsprechenden Termin abgehalten wird.
Franz Grieshofer
Gabriel Llompart, La Mallorca tradicional en los Exvotos. Presentatciónde Julio Caro Baroja. Palma de Mallorca, José J. de Olaneta Editor, 1988, 131 Sei-ten, 117 Abb.
Der vorliegende Band ist nicht nur rein äußerlich ein bibliophil ausgestattetesBuch in Kassette, sondern auch inhaltlich hinsichtlich der wissenschaftlichen Einfüh-rung und Deutung wie der vorgelegten Materialien von eminentem Rang. Der AutorLlompart, Historiker, Kunsthistoriker und Volkskundler, wurde in dieser Zeitschriftbereits mit mehreren seiner Werke vorgestellt. Nun hat er seinen Höhepunkterreicht.
Er unternimmt es zunächst, den Hintergrund und die Genese der Exvotos aufzu-schlüsseln mit akzentuiertem Bezug auf Spanien im allgemeinen und Mallorca imbesonderen. Kundig in den Archiven seiner Heimat, legt er Materialien vor, die bisins 16. Jahrhundert zurückreichen und Quellen wie den„ Llibre de presentalles" desJahres 1556 von Lluc erschließen. Zu den eigenwilligen Sonderformen von Exvotoszählen unter anderem auch die aus Silberblech gestanzten Personen, Tiere undSchiffe, wie der Lage der Insel entsprechend- das Meer und die Seefahrt auch inden gemalten Gegenständen eine große Rolle spielt.
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Hinsichtlich der für die Exvotos verwendeten Materialien geht Llompart vomWachs aus, um über Silberfiguren, Mirakelbücher und Bilder zu Holzschnitten undDrucken überzugehen. Die religiöse Motivation wird aus manchen Originaltexten—diese sind in katalanischem Idiom gehalten, während das Buch sonst in spanischerSprache geschrieben ist ersichtlich und verständlich.
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