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Frauen), die nicht bloß, aber auch aus finanziellen Gründen( eigeneAltersrente) erstmals die Möglichkeit sahen, eine unbefriedigendePartnerschaft zu beenden. Wird eine neue Verbindung gesucht, dannvielfach auch in dieser Altersstufe in freier, nicht standesamtlich bestä-tigter Form. Das dritte ist, daß Rituale und( festliche) Bräuche nichtverschwanden, sondern im Gegenteil eine Inflation erlebten und erle-ben, allerdings auf einem veränderten Boden( was aber doch wiederNorbert Elias recht zu geben scheint). Man kann diesen Bodenumschreiben mit einem verstärkten Bewußtsein von Autonomie,negativ ausgedrückt: von Vereinzelung, von mehr individuellemSpielraum und weniger gesellschaftlichem Rückhalt, sowohl bei derGestaltung und Ausübung wie bei der Deutung von Handlungen.Diese Handlungen stellen keine Verpflichtung, sondern ein freies„ Angebot“ dar, aus dem man beliebig wählen kann. Fast alle Zeitun-gen veranstalten vor Weihnachten Umfragen, ob und wie die Leserdieses Fest feiern unbesehen wird die Tradition nicht weitergeführt.Wie inflationär das Angebot wächst, zeigt allein ein Blick auf die Ver-vielfältigung des jahreszeitlichen Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtums( an der Kumulierungvon Fastnachtsanlässen an einem einzigen Ort leicht ablesbar). DieWahl aus den Möglichkeiten( die in dieser Form allerdings nur fürWohlstands- und Freizeitgesellschaften gilt) muß nicht einheitlichenKriterien folgen( weil es, außer dem eigenen Ich, keine Instanzenmehr gibt, die solche Kriterien verbindlich entwickeln könnten), sieerfordert auch nicht jeweils volle Hingabe, sondern erlaubt wieder dasSpiel. Natürlich werden sich dabei( vielleicht sogar voraussagbare)fixe Kombinationen, Muster oder Kausalketten aufweisen lassen( etwa von Volkstanz, Wallfahrt, Ostereiermarkt, von Fasching undOrtsjubiläum, von Folkmusic- Festival und Öko- Demonstration), diesich nicht( bloẞ) individualpsychologisch begründen lassen, sonderndurch Familientraditionen, Altersstufe oder Geschlechtszugehörig-keit konditioniert sein mögen. Trotzdem bleibt ein Teil Beliebigkeit,den es so früher in weiten Bereichen und vor allem für Mann und Frauund alle sozialen Schichten gleichmäßig nicht gab. Der Beliebigkeitentspricht, daß die Bräuche keine ein für allemal feste Form haben,sondern daß( zumindest tendenziell) jeweils die adäquate Form füreine immer neu formulierte Aussage gesucht werden muß und diesenur für das eine Mal gilt. Die Spieler sind so gleichzeitig auch Autorenund Regisseure. Nach welchen Kriterien sie ihre Auswahl treffen undim Drama zusammenbauen, wird uns noch beschäftigen.
Ich fasse das Gesagte in einem Beispiel aus unserer Alltagskultur,das weiterführen soll, zusammen:
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