Adulf Peter Goop, Leiter des Liechtensteinischen Trachtenvereins, hat unter Mit-arbeit der beiden Volkskundler Vera Meier und Dominik Wunderlin ein schönesBuch zum„ Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum in Liechtenstein" herausgebracht. Schön und sorgfältig aus-gewählt sind die vielen Photographien, sympathisch und zum Lesen einladend, istdie Gestaltung. Allerdings sind die meisten Brauchtumsbücher Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumsbücher- da macht die ange-
zeigte Arbeit zumindest teilweise keine Ausnahme- nach einem ähnlichen, zuwei-len auch problematischen Muster gestrickt: Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum ist eben nicht einfach nurBrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum, es soll für mehr stehen:„ Brauchtumspflege Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumspflege als Ausdruck der Heimat-liebe“( Vorwort). Diese eine Grundintention wird aber zumindest dezidiert ange-führt; das Werk soll eher ein„ Hausbuch“, denn eine wissenschaftliche Abhandlungsein. Damit ist eine Schwierigkeit angegeben. Immer wieder wird das Verschwindenvon Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum beklagt( etwa S. 294). Problematisch sind auch die fruchtbarkeits-kultischen und germanischen„ Ursprünge“( wenn auch differenziert: Fasching), diefür manche Brauchphänomene einleitend angeführt werden.
Allerdings scheint der Autor sich dieser Problematik bewußt zu sein, er will dieVergangenheit nicht als„ heile Welt" gesehen wissen, die„ Klage über das Ver-schwinden alten Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtums" würde hie und da„, die Sicht auf das neu Hinzugekom-mene" verdecken( S. 402). Natürlich stellt sich dabei die Frage, was denn Brauch-tum Glossar ::: zum Glossareintrag tum in der Gegenwart überhaupt ist? Die Antworten im Buch sind passend undmachen insgesamt auch dessen Inhalt lesenswert. Das Neue, das Hinzugekommenewird ausgesprochen vielfältig erwähnt und dokumentiert. Mehrere Faktoren prägtendabei das Liechtensteinische Brauchgeschehen der näheren Vergangenheit entschei-dend. Die Bedrohung während des Zweiten Weltkrieges führte zu einer ausgepräg-ten liechtensteinischen Landesidentität, die ständige Residenz des Fürstenhauses ab1938/39 verstärkte und symbolisierte diesen Zusammenhalt. Nicht zufällig sind etwabei Fest- und Brauchanlässen Mitglieder des Fürstenhauses anwesend. Und schlieẞ-lich führte die massive Industrialisierungswelle nach dem Zweiten Weltkrieg zu voll-kommen neuen Lebensbedingungen. So finden sich etwa im ersten Kapitel„ Jahres-lauf“ neben den traditionellen Themen( Advent, Weihnachten, Silvester, Fasnacht,Funkensonntag, Ostern und Alpabfahrt, um nur die wichtigsten zu nennen) auchviele neu entwickelte Formen: Die betrieblichen Weihnachtsfeiern werden ebensoberücksichtigt, wie die Neujahrsempfänge auf Schloß Vaduz. Zu den traditionellenFasnachtsanlässen( Suppenhafenstellen) gesellen sich mehrere heutzutage bedeu-tendere Neueinführungen( Guggenmusiken) oder die aus der Ostschweiz übernom-menen ,, dekorierten Wirtschaften und dekolltierten Damen“( im übrigen zahlreicheaus Österreich).
Eine ähnlich gelungene Gegenwartsdokumentation weist das zweite Kapitel,, Lebenslauf" auf. Wiederum wird etwa nicht nur auf althergebrachte Hochzeitsritenverwiesen, sondern es werden auch„ Hochzeitsreise“ und„ Hochzeitsphoto" ent-sprechend behandelt. Auch das dritte Kapitel„ Alltag" läßt Altes neben Neuem ste-hen. Die Darstellung der liechtensteinischen Trachten wird von einem für daslokale Kleidungsverhalten mit Sicherheit relevanterem- Warenhauskatalog beglei-tet. Der im früheren bäuerlichen Milieu noch dominante Riebel wird durch Dosen-lebensmittel ergänzt.
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Diese wenigen Beispiele müssen genügen, um die Richtung des Buches anzuzei-gen. Trotz der einleitenden Kritik ist„, Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum in Liechtenstein“ eine gelungeneDokumentation( unter diesem Anspruch wurde es auch geschrieben). Der Ver-
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