Jahrgang 
91 (1988) / N.S. 42
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Adulf Peter Goop, Leiter des Liechtensteinischen Trachtenvereins, hat unter Mit-arbeit der beiden Volkskundler Vera Meier und Dominik Wunderlin ein schönesBuch zum Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum in Liechtenstein" herausgebracht. Schön und sorgfältig aus-gewählt sind die vielen Photographien, sympathisch und zum Lesen einladend, istdie Gestaltung. Allerdings sind die meisten Brauchtumsbücher Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumsbücher- da macht die ange-

zeigte Arbeit zumindest teilweise keine Ausnahme- nach einem ähnlichen, zuwei-len auch problematischen Muster gestrickt: Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum ist eben nicht einfach nurBrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum, es soll für mehr stehen: Brauchtumspflege Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumspflege als Ausdruck der Heimat-liebe( Vorwort). Diese eine Grundintention wird aber zumindest dezidiert ange-führt; das Werk soll eher ein Hausbuch, denn eine wissenschaftliche Abhandlungsein. Damit ist eine Schwierigkeit angegeben. Immer wieder wird das Verschwindenvon Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum beklagt( etwa S. 294). Problematisch sind auch die fruchtbarkeits-kultischen und germanischen Ursprünge( wenn auch differenziert: Fasching), diefür manche Brauchphänomene einleitend angeführt werden.

Allerdings scheint der Autor sich dieser Problematik bewußt zu sein, er will dieVergangenheit nicht als heile Welt" gesehen wissen, die Klage über das Ver-schwinden alten Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtums" würde hie und da, die Sicht auf das neu Hinzugekom-mene" verdecken( S. 402). Natürlich stellt sich dabei die Frage, was denn Brauch-tum Glossar ::: zum Glossareintrag tum in der Gegenwart überhaupt ist? Die Antworten im Buch sind passend undmachen insgesamt auch dessen Inhalt lesenswert. Das Neue, das Hinzugekommenewird ausgesprochen vielfältig erwähnt und dokumentiert. Mehrere Faktoren prägtendabei das Liechtensteinische Brauchgeschehen der näheren Vergangenheit entschei-dend. Die Bedrohung während des Zweiten Weltkrieges führte zu einer ausgepräg-ten liechtensteinischen Landesidentität, die ständige Residenz des Fürstenhauses ab1938/39 verstärkte und symbolisierte diesen Zusammenhalt. Nicht zufällig sind etwabei Fest- und Brauchanlässen Mitglieder des Fürstenhauses anwesend. Und schlieẞ-lich führte die massive Industrialisierungswelle nach dem Zweiten Weltkrieg zu voll-kommen neuen Lebensbedingungen. So finden sich etwa im ersten Kapitel Jahres-lauf neben den traditionellen Themen( Advent, Weihnachten, Silvester, Fasnacht,Funkensonntag, Ostern und Alpabfahrt, um nur die wichtigsten zu nennen) auchviele neu entwickelte Formen: Die betrieblichen Weihnachtsfeiern werden ebensoberücksichtigt, wie die Neujahrsempfänge auf Schloß Vaduz. Zu den traditionellenFasnachtsanlässen( Suppenhafenstellen) gesellen sich mehrere heutzutage bedeu-tendere Neueinführungen( Guggenmusiken) oder die aus der Ostschweiz übernom-menen ,, dekorierten Wirtschaften und dekolltierten Damen( im übrigen zahlreicheaus Österreich).

Eine ähnlich gelungene Gegenwartsdokumentation weist das zweite Kapitel,, Lebenslauf" auf. Wiederum wird etwa nicht nur auf althergebrachte Hochzeitsritenverwiesen, sondern es werden auch Hochzeitsreise und Hochzeitsphoto" ent-sprechend behandelt. Auch das dritte Kapitel Alltag" läßt Altes neben Neuem ste-hen. Die Darstellung der liechtensteinischen Trachten wird von einem für daslokale Kleidungsverhalten mit Sicherheit relevanterem- Warenhauskatalog beglei-tet. Der im früheren bäuerlichen Milieu noch dominante Riebel wird durch Dosen-lebensmittel ergänzt.

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Diese wenigen Beispiele müssen genügen, um die Richtung des Buches anzuzei-gen. Trotz der einleitenden Kritik ist, Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum in Liechtenstein eine gelungeneDokumentation( unter diesem Anspruch wurde es auch geschrieben). Der Ver-

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