Jahrgang 
91 (1988) / N.S. 42
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Das Abschlußplenum am 5. Juni faßte die Ergebnisse bzw. Fragen der Arbeits-gruppen zusammen.

Zur Organisation ist kritisch anzumerken, daß das Plenum mit 140 Teilnehmerin-nen bezüglich einer produktiven Diskussion überlastet sein mußte; außerdem istfraglich, ob die Überfrachtung der Arbeitsgruppen mit Referaten sinnvoll war,zumal und das sei anerkennend vermerkt- der Reader bereits vor der Tagungvorlag und alle Referate enthielt.

Alles in allem: eine dichte, intensive Auseinandersetzung um Volkskunde undfeministische Wissenschaft.

Gertrud Benedikt

Festakademie für Franz C. Lipp anläßlich des 75. Geburtstages

Über Einladung des oberösterreichischen Heimatwerkes traf sich am 22. Juli 1988eine stattliche Festgemeinde in Bad Ischl, der Heimatstadt des Jubilars, um ausAnlaß des 75. Geburtstages das Lebenswerk von Hofrat a.o. Univ.- Prof. Dr. FranzC. Lipp zu würdigen. Kommerzialrat Prof. Dr. Helmuth Huemer, der Initiator undGestalter der Geburtstagsakademie, erinnerte in seiner Begrüßung an den Lebens-weg des Jubilars, der in der Kindheit vom Elternhaus und vom Erlebnis der Heimatgeprägt, im Seminar und am Gymnasium zu Linz und an der Universität in Wien undGraz geformt wurde und für den er sich mit der Gründung des. Heimatwerkes,der Volkskundeabteilung am Landesmuseum und den Freilichtmuseen schließlichjene Basis schuf, die sein gestaltendes Wirken ermöglichte. Diese Abschnittebestimmten auch den Verlauf der Feier, die musikalisch vom Streichtrio Walter Erla,vom Tobias- Reiser- Ensemble und von Sängern aus dem Salzkammergut umrahmtwurde. Zu einer bunten Revue gestaltete sich die Vorführung von lebendigen" underneuerten Alltags- und Festtrachten aus den vier Landesteilen und von Trachten-uniformen diverser Blasmusikkapellen. Hofrat Dr. Franz Koschier erinnerte an dieLeistung, die Franz C. Lipp mit der Erneuerung der Tracht und der Einkleidung vonannähernd 500 Musikkapellen vollbrachte. Er übermittelte die Glückwünsche derÖsterreichischen Heimatwerke und sprach auch namens des Kuratoriums der euro-päischen Heimatwerke die Hoffnung aus, daß sich im Lebensglas des Jubilars nochviele Passen erfüllen mögen. Hofrat Hon.- Prof. Dr. Kurt Conrad würdigte daswissenschaftliche Werk von Franz C. Lipp. In seinem Festvortrag hob er die reicheErnte des Museumsmannes als Sammler, Bewahrer, Forscher und Ausstellungsge-stalter hervor. Erst durch die gründliche wissenschaftliche Beschäftigung mit denErscheinungen unserer Volkskultur, der Tracht, den Möbeln, den Haus- und Stu-benformen, dem Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum, der Volkskunst, schuf er sich die Grundlage für seineangewandte Volkskunde. Getragen von tiefer philosophischer Einsicht und gepaartmit einer glückhaft künstlerischen Ader, vermochte er dem Bodenständigen neueGeltung zu verschaffen. Durch die Habilitation wurde es ihm aber auch möglich, seintheorie- und praxisorientiertes Wissen an Studenten weiterzugeben. An die großenBemühungen um die Verwirklichung des Freilichtmuseumsgedankens in Oberöster-reich und an den durch die Errichtung von Urkundhöfen eigenständig beschrittenenWeg erinnerte Dr. Walter Kunze. Konsulent Franz Stüger übernahm es, die Bedeu-tung Franz C. Lipps für Bad Ischl darzulegen, die sich unter anderem in der Grün-dung des Heimatvereins, der fachlichen Förderung des Ischler Krippenspiels und

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