Roswitha Asche bleibend verdient gemacht. Man wird es darum eigentlich bedau-ern, daß dieses prächtig ausgestattete Sammelwerk zur bergbäuerlichen ArchitekturSüdtirols nur in einer begrenzten Auflagezahl von 600 numerierten Exemplaren her-gestellt wurde und nicht im Buchhandel erhältlich ist.
Oskar Moser
Hannelore Fielhauer, Die Kerze. Ein Lichtblick der Kulturgeschichte. Wien,A. Schendl, 1987, 97 Seiten, 25 Abb.
Hannelore Fielhauer, seit 1980 am Österreichischen Institut für Berufsbildfor-schung tätig, hat in den letzten Jahren vor allem Themen aus dem unmittelbarenBereich der von ihr betreuten Projekte publiziert- z. B. Zur neueren Wohnge-schichte von Lehrlingen in Wien( In: H. P. Fielhauer, O. Bockhorn[ Hrsg.], Dieandere Kultur. Wien- München- Zürich 1981),„ Fernsehen tröstet..." Vom unbe-wältigten Alltag der Arbeitslosen( In: O. Bockhorn u. a.[ Hrsg.], Kulturjahrbuch 2.Wien 1983) oder Zur beruflichen Integration von Jugendlichen am Beispiel vonJugendlichen ohne Lehrstelle( In: K. Beitl[ Hrsg.], Gegenwartsvolkskunde undJugendkultur. Wien 1987). Jetzt legt sie ein im Verlag Schendl bibliophil ausgestatte-tes Büchlein zu einem„ klassischen" volkskundlichen Thema vor: die Kerze, einstwichtigstes Beleuchtungsmittel, steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Sehr persönlichbeginnt Hannelore Fielhauer ihr Buch mit Erinnerungen an die Kerzen, die in ihremeigenen Leben eine Rolle gespielt haben, als Christbaumschmuck, bei der Erstkom-munion, bei der Taufe ihrer Kinder und schließlich auch vor nicht allzulanger Zeitbeim viel zu frühen Tod ihres Mannes, die Kerze als Sinnbild des Lebens im Märchenund im Volksglauben, im religiösen Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und an Festtagen. Im weiterenberichtet die Autorin dann über das Rohmaterial der Kerze, das Wachs. Reines Bie-nenwachs war immer teuer, war etwas Besonderes, das als Votivgabe geopfert wurdeund als Zins abgeliefert werden mußte. Mit dem Wachs in ursächlichem Zusammen-hang steht die Bienenzucht, die von vielen Klöstern zur Abdeckung ihres Wachsbe-darfs betrieben wurde. Die Kerze als vielfältiges Symbol, als wichtiges Requisit vonBrauch- und Kulthandlungen, und in ihrer historischen Entwicklung wird anschau-lich und leicht lesbar geschildert. Ein Buch also, das als Geschenk auch an Nicht-Volkskundler vorzüglich geeignet ist.
Eva Kausel
Ákos Kovács( Red.), Feliratos falvédök( Wanddecken mit gestickten Inschrif-ten). Budapest, Verlag Corvina, 1987, 99 Seiten, 39 Abb.
Vor einigen Jahren stellte ein junger Museumskustos in einer ungarischen Pro-vinzstadt( Hatvan) verschiedene Wanddecken mit gestickten Bildern und Inschriftenaus. Der Ausstellung folgte ein wahrer Skandal, der Kustos mußte seinen Arbeits-platz verlassen. Für eine derartige Ausstellung- zu der sich im betreffenden Fallobendrein noch eine Ausstellung über Vogelscheuchen gesellte- fehlte in der kon-servativen Kleinstadt jede geistige Grundlage.
Im vorliegenden Band befassen sich mehrere Autoren mit den damaligen Expona-ten, von denen manche aus der deutschen Ortschaft Altdorf( Komitat Baranya,
219