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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXIV/ 113, 2010, Heft 2
Ein wesentliches Problem des neuen Museums war von Anfangan die latente Raumnot, waren doch laut Mietvertrag von 1951 für dasMuseum nur die Räume des 1. Stocks und keinerlei Lagermöglichkei-ten in anderen Bereichen vorgesehen. So kam es dazu, dass qualitätsvol-le Schauräume mit wertvollen Stuck- und Holzdecken als Lagerräumeverwendet werden mussten und durch den Platzmangel die Sammeltä-tigkeit eingeschränkt war. Dies stand allerdings in krassem Gegensatzzur Intention des Verantwortlichen:» Das erste Nachkriegsjahrzehnthatte mit Landarbeitsflucht, verstärktem Maschineneinsatz, Aussterbenaltartiger Handwerke, Hausumbauarbeiten und dem Treiben geschäfts-tüchtiger Händler ein bisher beispielloses Hinschwinden bodenständi-gen Kulturgutes eingeleitet. Das Einrichten einiger Ausstellungsräumeals die für die Öffentlichkeit wichtige Schauseite der Museumstätigkeitmuẞte zwar als Nahziel weiterhin im Auge behalten werden, trat jedochin seiner Bedeutung weit hinter die Notwendigkeit zurück, gefährdetesKulturgut in Objekten und mündlicher Überlieferung für Wissenschaftund Volksbildung zu sichern.<<" Obwohl bei den Ausstellungen und beider Einrichtung der geplanten Museumsräume die eingelagerten Ob-jekte bis zur Anmietung von Kellerräumen in der ehemaligen Gärtne-rei oft umgeräumt werden mussten, sind die einzelnen Themenräumeim Museum Schritt für Schritt eingerichtet worden. Jeder verfügbareLagerplatz wurde genutzt, sogar die Ausstellungsvitrinen waren so be-schaffen, dass in den Unterbauten kleinere Objekte aufbewahrt werdenkonnten. Am 9. August 1959 war es dann soweit: Im Beisein zahlreicherEhrengäste und unter großer Anteilnahme der Ennstaler Bevölkerungwurde das Heimatmuseum als Abteilung des Steiermärkischen Landes-museums Joanneum von Landesrat Univ.- Prof. Dr. Hanns Koren eröff-net. Zu diesem Zeitpunkt waren die Themenbereiche Tierwelt, Waldund Holz, Bauernhaus, Bienenzucht, Flachs und Wolle, Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum undVolkskunst aufbereitet und für das Publikum zugänglich.( Abb. 2-5)
Ab 1950 war auch das Steirische Jugendherbergswerk im Schlosseingezogen, es nutzte die Räumlichkeiten im Erdgeschoss, Zwischen-geschoss und im zweiten Stock. Die Beliebtheit des» romantischen<<
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In diesen Zeilen deutet Karl Haiding den rapiden Wandel der Sachkultur und dasVersiegen der immateriellen Überlieferungen an, die mit den rasanten Neuerungenund den Modernisierungen der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts im ländlichen Bereicheinher gingen. Haiding( wie Anm. 8), S. 256.