56 Österreichische Zeitschrift fur Volkskunde
LXIV/ 113, 2010, Heft 1
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wie
gotteskirche ihren Anstandsbesuch abstatten.«< 26 Und Hoppe, derbei kirchenoffizieller und mit bischöflichem Imprimatur herausgegebe-ner Wallfahrtsliteratur üblich- die Bedeutung des jeweiligen Wallfahrts-ortes nach der Zahl der» Kommunikanten« bemisst27, vergisst doch auchnicht, auf die gastronomische Infrastruktur des Ortes hinzuweisen, dersich mit immerhin 15 Gast- und vier Kaffeehäusern als ausgesprochenerAusflugsort empfiehlt.
Die immer engere Verbindung von Wallfahrt und Tagestourismusallgemein gesprochen: von Wallfahrt und Ökonomie- zeigt sich auch ineinem in den frühen 30er Jahren erschienenen» Wallfahrer- Handbuch«<,in dem jeder Eintrag zu den angeführten Gnadenorten mit Angaben derAdressen»> empfehlenswerter Firmen«( von Devotionalien- Handlungenüber Gastwirtschaften und Hotels bis zu Gemischtwaren- Handlungen)abgeschlossen wird wobei zugleich bei aller pastoraler Camouflage diekulturkämpferischen Tendenzen jener Tage deutlich werden, wenn esim Vorwort heißt, dass» die kostenlose Aufnahme nur gut empfohlenerchristlicher Firmen verhindern[ soll], dass Katholiken anlässlich vonWallfahrten ihr Geld zu Andersgesinnten tragen.«< 28 Der Verleger diesesHandbuchs, der Buchdrucker Gustav Kübart29, firmiert übrigens auch alsHerausgeber des ab 1934( bis 1938) erscheinenden» Drei- Königs- Boten<<,der als» Organ zur Wahrung der Interessen der österr. Wallfahrtsorte,Wallfahrer und deren Organisationen«< 30 allmonatlich den damals inBer Zahl( wieder) gegründeten Wallfahrts-, Andachts- und» Processions-Vereinen«< Raum zur Ankündigung ihrer Aktivitäten gab- und so dieunter ständestaatlichen Vorzeichen ausgerufene» Wallfahrtsbewegung«<dokumentiert.31
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26 Alfred Hoppe: Des Österreichers Wallfahrtsorte. Wien 1913, S. 295.
27 Hoppe verzeichnet für Maria Enzersdorf» jährlich 25.000 Kommunikanten, 250.000Besucher, davon Wallfahrer: 40.000«.
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G. F. Kübart, F. Th. Bischof: Wallfahrer- Handbuch Österreichs. Wien 1933, S. 5.S. Anton Durstmüller: 500 Jahre Druck in Österreich. Die Entwicklung der graphi-schen Gewerbe von den Anfängen bis zur Gegenwart. Bd. 3: Die österreichischengraphischen Gewerbe zwischen 1918 und 1982. Wien 1988, S. 261.
Das zugleich als>> Mitteilungsblatt zur Pflege katholischen Volks- und Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtums<<firmierte und ab Jg. 3. sich als» Organ der katholischen Wallfahrts- und Wanderbe-wegung«< bezeichnete.
S. die Ausführungen von Domkurat Karl Rudolf» Was will der Drei- Königs- Bote?<<In: Dreikönigsbote, 3, 1, 1936, S. 1.