Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde115 (2012) / N.S. 66Puchberger, Magdalena: Urbane Heimatkultur als ideologische und soziale Schnittstelle in der Ersten österreichischen Republik

  
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Urbane Heimatkultur als ideologische und soziale Schnittstelle in der Ersten österreichischen Republik
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXVI/ 115, 2012, Heft 3+ 4

Bräuche«< 40 widmete. Die Adresse im Impressum lautete Wien, VII.,Burggasse 19, und ist mit der Wohnadresse von Robert Mucnjak, Re-staurator am Museum für Volkskunde in Wien identisch.41 Mucnjakwar bis 1938 Vorstand der Ö.H.G. und von 1929 bis 1930 und wieder abApril 1938 verantwortlicher Schriftleiter und wichtiger Beiträger vonHeimatland. Er wird an dieser Stelle besonders erwähnt, weil er zwi-schen den unterschiedlichen Ausrichtungen der Heimatkultur anzusie-deln ist und sich als Vermittler anbot. Durch seine engen Beziehungenzum Museum und dem anwendungsorientierten volkskundlichen undheimatpflegerischen Feld und sein persönliches und organisatorischesEngagement bei Veranstaltungen des eigenen aber auch anderer, po-litisch und ideologisch recht unterschiedlicher Vereine, wurde er zueiner Zentralfigur der Wiener Heimatkultur. Seine Person, seine Be-ziehung zu Museum und Volkskunde sind ebenso ein Schlüssel zumVerständnis der Handlungs- und Deutungslogiken der Heimatkulturin Wien wie die Ideologie und die Praktiken der Heimat- Gesellschaftund das dort gepflegte Vereinsleben.

Der am 22. November 1901 in Wien geborene Robert Mucnjakwurde von Leopold Schmidt retrospektiv als der» vielleicht beste Ken-ner des Museums, aber auch der böse Geist Arthur Haberlandts<< 42 be-schrieben. Mucnjak stand in vielerlei Hinsicht mit dem Museum inder Laudongasse und der Volkskunde in Beziehung; Herbert Nikitschsieht in Mucnjak und Haberlandt ein» eingespieltes und durchaus vongegenseitiger Sympathie getragenes Team« 43. Beider Väter, sowohlFranz Mucnjak als auch Michael Haberlandt, hatten für das Museum

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volkskulturellen Bestrebungen in Österreich und zeichnet das Anwendungs-postulat der Volkskunde historisch bis in die 1990er Jahre nach. Gertraud Lie-senfeld: Zwischendrin. Heimatpflege im Spannungsfeld von Volkskunde undVolkskultur. In: Olaf Bockhorn, Helmut Eberhart, Dorothea Jo. Peter: Volks-kunde in Österreich. Bausteine zu Geschichte, Methoden und Themenfelderneiner Ethnologia Austriaca. Innsbruck 2011, S. 529-550, hier S. 540 f( ebook:http://vio.volkskunde.org).

Heimatland. Monatsschrift für Volksleben und Volkskunst in Österreich 1, 1, 1929.41 Vgl. Herbert Nikitsch: Auf der Bühne früher Wissenschaft. Aus der Geschichtedes Vereins für Volkskunde( 1894-1945), Wien 2006, S. 217. Dr. Herbert Ni-kitsch sei an dieser Stelle für seine zahlreichen Hinweise und für Hilfe gedankt.42 Vgl. Leopold Schmidt: Curriculum Vitae. Wien 1982, S. 22.

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Nikitsch 2006( wie Anm. 41), S. 227.