2000, Heft 4
Literatur der Volkskunde
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turvereinigungen in den Dörfern selbst( S. 122 ff.), im Ausland oder inGriechenland( mit der Ausnahme Athens, S. 126 ff.). Erst der dritte Teil gehtdann gezielt auf die Konitsa- Vereine in Athen ein: Vereinsgründungen( S. 121 ff.), Vereinsorganisation( S. 147 ff.), Finanzierung( S. 154 ff.) Ver-einsaktivitäten( S. 162 ff., Erhaltung der Dörfer, Festprogramm, Tanzveran-staltungen, organisierte Ausflüge ins Heimatdorf, Kirchweihfeste, Tanz-gruppen, Theater und Inszenierung von Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum, volkskundliche Lokal-museen, Sammlungen und Bucheditionen usw.), die Beziehung von Ausge-wanderten und Verbliebenen( S. 228 ff.). Der Band schließt mit einer Zu-sammenfassung( S. 240 ff.), einem Anhang mit Vereinsprotokollen( S. 247 ff.), einer English summary( S. 262), der Bibliographie( S. 265 ff.),einer Liste der Informanten( S. 285 ff.) und einem Generalindex( S. 288 ff.).Walter Puchner
FELBER, Ulrike, Elke KRASNY, Christian RAPP: Smart Exports. Öster-reich auf den Weltausstellungen 1851–2000. Wien, Verlag Christian Brand-stätter, 2000, 235 Seiten, zahlreiche schwarzweiße und Farbabbildungen.
Die Geschichte der Weltausstellungen lässt sich aus unterschiedlichenBlickwinkeln schreiben. Doch werden diese derzeit vor allem als Agenturender Nationalisierung interpretiert; dafür stehen die 1999 erschienenen Stu-dien von Winfried Kretschmer: ,, Geschichte der Weltausstellungen“ undMartin Wörner: ,, Vergnügen und Belehrung“. Für Kretschmer markieren dieWeltausstellungen einen wichtigen Punkt in der Entwicklung kommerziellerMassenveranstaltungen. Wörners besonderes Interesse gilt der Instrumen-talisierung, die Volkskultur( bzw. Versatzstücke aus Volkskulturen) in derjeweiligen nationalen Selbstinszenierung auf Weltausstellungen erfahren.Auch die vorliegende Darstellung, sie geht auf ein Forschungsprojekt imAuftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung zurück,versteht sich als Beitrag zur Geschichte der nationalen IdentitätspolitikenÖsterreichs, wie sie sich in nahezu idealtypischer Weise in der BeteiligungÖsterreichs an den Weltausstellungen spiegelt. Ulrike Felber, Elke Krasnyund Christian Rapp verknüpfen und vertiefen dabei Aspekte und Argumen-tationen, wie sie von Winfried Kretschmer und Martin Wörner entwickeltworden sind.
Hier wird am Beispiel und am Detail gezeigt, wie die Weltausstellungenals Medium nach außen, im Wettbewerb mit anderen Ländern, aber auchnach innen, in der Auseinandersetzung gesellschaftlicher Eliten um Konzep-te und Zielsetzungen wirkten, als Medium schließlich der Nationalisierung