Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde103 (2000) / N.S. 54Reingrabner, Gustav: Neue Entwicklungen im Matreier Klaubauf-Laufen

  
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Neue Entwicklungen im Matreier Klaubauf-Laufen
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2000, Heft 2

Mitteilungen

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Ambivalenz von Einschüchterung und Stärkung, damit aber auch als Teildes Imponiergehabes der Kleibeife. Das stellte Koenig in mehreren Veröf-fentlichungen, aber auch in einer Reihe von Filmen heraus. Zusätzlichbemühte er sich, die physiologische Seite des Brauches, also die körperlicheBeanspruchung der dabei Mitwirkenden, aufzuzeigen.

Er stellte seine Überlegungen bzw. Untersuchungen zu einem Zeitpunktan, zu dem sich bereits neuerlich gewisse Veränderungen im Brauchabzeichneten, die seither erheblich deutlicher geworden sind. Diese sind ineinem ganz hohen Maße durch Äußerlichkeiten bedingt worden, etwa durchdie ,, moderne" Einrichtung der Häuser, deren Fußböden und Möbel dieUmstände des Klaubaufbesuchs, und zwar nicht nur das ,, Tischziachn",nicht mehr ohne schwere Beschädigungen und Zerstörungen aushaltenkönnen. Die Tätigkeit der Kleibeife verlegte sich also mehr und mehr aufdie Straße- dort war sie immer schon auch angesiedelt gewesen, nun aberbegann dieser Faktor deutlich zu überwiegen.

Angestellte Vergleiche zeigten die Parallelitäten, aber auch die Unterschiedezu anderen in Tirol bzw. den Ostalpenländern üblichen Krampusbräuchen. DieEntwicklung in Matrei zeigte aber doch zweierlei an Differenzen:

a) Das Matreier Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum nahm an Extensität und Teilnehmerzahl zu,anderswo kam es zu einem Stillstand oder gar zu einer Auflösung.

b) Das Matreier Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum vermochte mit neuen Entwicklungen fertigzu werden und sie zu integrieren; anderswo erstarrten die Bräuche.

Trotz mancher Darlegungen und oft wortreicher- Ausführungen blie-ben jedoch bei Koenig eine Reihe von Fragen zum Klaubauf- Laufen offen.Einige seien genannt: 1. die nach seinem Ursprung, 2. die nach den verwen-deten und verarbeiteten Elementen, 3. der sozialgeschichtliche Ort, 4. dieFormen des Verlaufs und ihrer Fortentwicklung. Bei Koenig hat man indiesem Zusammenhang fast den Eindruck, daß er die ihm bekannt gewor-dene Form als die ursprüngliche oder wenigstens nunmehr voll entfalteteForm des Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtums angesehen hat. Den oben genannten Fragen ist dieForschung in den letzten Jahrzehnten nicht sehr intensiv nachgegangen.Ergänzend wäre allmählich eine neue Dokumentation der seit 1975/80 vorsich gegangenen Veränderungen erforderlich. Diese brächte zwar vermut-lich keine grundlegend neuen Aufschlüsse über die Ursprünge, bewiese aberimmerhin doch wohl ein Mehrfaches: 4

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Jede punktuelle Beschreibung der aktuellen Abläufe trifft nur auf einebestimmte Zeit zu, in der der Brauch geübt wurde, vermag ihn aber nichtkontingent in seiner Gesamtheit und seiner Entwicklung zu definieren oderabzugrenzen.

- Äußerliche Einflüsse, aber auch die Tätigkeit einiger( weniger) füh-render Persönlichkeiten bestimmten ständige Veränderungen in einer nicht