Jahrgang 
103 (2000) / N.S. 54
Seite
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ÖZV LIV/ 103

Im zweiten Teil des Bandes führen die beiden Autoren vor, wie qualitativeVerfahren in der Geschlechterforschung eingesetzt werden können. AmBeispiel des Forschungsprojekts, Kollektive Orientierungen von Männernim Wandel der Geschlechterverhältnisse zeigen sie die einzelnen For-schungsschritte auf von der Organisation und Durchführung von Gruppen-diskussionen bis hin zur Interpretation des Materials. Zumal in diesen soselbst- wie methodenkritischen Einlassungen bietet der Band nicht nur einenfundierten Überblick über die Entwicklung der Geschlechterforschung, erstellt darüber hinaus auch einen wichtigen Beitrag zur interdisziplinärenMethodenkritik dar.( KL)

HUGGER, Paul( Hg.): ,, Trostlos, aber verflucht romantisch". Notizenaus den ersten ,, Diensttagen" 1939/40.(= Das Volkskundliche Taschen-buch, 16). Zürich, Limmat Verlag, 1999, 107 Seiten, s/ w- Abb.

Drei verschiedene Quellenbereiche sind es, die für diesen Themenband über dieZeiten der Mobilmachung in der Schweiz zusammengestellt wurden. DerBeginn des Zweiten Weltkrieges wird hier aus der subjektiven Sicht Einzelnerdargestellt: anhand von Privatfotos, von Auszügen aus einem Tagebuch und vonautobiografischen Aufzeichnungen. Sämtliche Texte sind Zufallsfunde vomFlohmarkt; im Vorwort geht Herausgeber Paul Hugger auf diese heute sotypische Überlieferungs- bzw. Fundsituation von biografischen Materialien ein.

Sowohl das Tagebuch eines jungen Soldaten als auch die Aufzeichnungeneiner jungen Frau im Militärdienst sind sehr sorgfältig und ohne Auslassun-gen ediert. Den Manuskripten ist jeweils eine kurze Einführung, zum einenvon der Historikerin Simone Chiquet und zum anderen von der Volkskund-lerin Katharina Kofmehl- Heri, vorangestellt. Beide befassen sich mit demhistorischen Kontext der Schriften wie auch mit der individuellen Schreib-situation. Zwischen den beiden Dokumentationen illustrieren Fotofolgen( aus der Sammlung Herzog, Basel) den Dienstalltag von Soldaten; wären danicht die Uniformen, so ließen sich diese Fotos als ganz undramatischeSzenen aus Arbeit und Freizeit deuten.( KL)

DOUER, Alisa: Wien Heldenplatz. Mythen und Massen 1848-1998. Miteinem historischen Essay von Herbert Haupt. Begleitbuch zur gleichnami-gen Ausstellung. Wien, Mandelbaum, 1998, 130 Seiten, 105 s/ w- Abb.

Am genauesten lässt sich der in Deutsch und Englisch abgefasste Band alsAlbum charakterisieren. In dessen Zentrum stehen ausgewählte Schwarz-