Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde24 (1918) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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24 (1918) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Volksnahrung im Plivatal.

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aufgehe, dok nadogje, was ungefähr zwei Stunden dauert. Das Ganze wird bedecktmit einem reinen Leinwandfetzen, zastoranj( Vük hat dafür nur zastorak).

Bevor er unter den Sač geschoben wird, wird er oben durch Abdrücke mittelsdes Brotstempels, slovo, verziert, in Ermanglung eines solchen auch mit derSpindel, einer Kaffeeschale oder gar einem Maiskolbens, kruv se išārā. Diese Verzierungensind besonders beliebt und bedeutungsvoll für Festtage wie Slava und Hochzeiten, wobeider Čauš die einzelnen Verzierungen heiter erklärt.

4. Čurek, ein Laib Weizenbrot, doppelt so dick wie gewöhnlich.( Für Feste undHochzeiten.)

Außer diesen allgemein erzeugten Brotgattungen sah ich auf dem Markte inJajce noch in der Stadt erzeugte Sorten. Das erste heißt simit, ein kleines Brot ausWeizenmehl, das zweite cáija.( Nach Vük eine Art gefüllter Kuchen.) Letztere sind kleinezusammenhängend gebackene und spiralförmig gewundene Brote. Ein Stück wird vonden übrigen abgerissen und für 10 Heller verkauft.

Anm. Unter dem Namen patišpanja( jedenfalls entstanden aus pain d'Espagne)sah ich in einem katholischen Bürgerhaus in Jajce eine tortenähnliche Mehlspeise ausWeizenmehl, Eier und Zucker, die am Namenstag gebacken und zum Kaffee genossenwird. Vielleicht dürfte diese Speise mit den spanischen Juden nach Bosniengekommen sein.

So groß die Zahl der aus Getreidemehl hergestellten Speisen auch sein mag, sobeschränkt sich die Küche wie bei allen primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiven Völkern auf wenige Sorten. Ichführe sie in alphabetischer Ordnung an:

Bungur. Weizenkörner werden ein wenig gesotten, dann gut getrocknet undzerstampft. Der Weizen wird dann gesiebt, wobei das, was durchfällt, zum Mehl geschüttetwird. Was übrig bleibt, eine Art Graupe, ist bùngur. Er wird wie Reis mit zerkleinertemFleische gekocht und gibt eine Art Pilaf. Er wird in kochendes Wasser gegeben undliefert so eine Suppe, die bungurčorba.

Cicvara. In der Tava wird Wasser mit Kajmak so lange gekocht, bis es siedet.Dann wird Mehl hinzugeschüttet, Fett, Käse und Eier beigemischt. Das Ganze wirdtüchtig umgerührt, bis es gar ist.

Halva heißt die in Bosnien verbreitete Näscherei, die aus Mehl, Honig, Eiern undMilch durch Mischen und langes Kochen hergestellt wird.

Hirmica.( Bjelokosić, 107, Hurmašica; scheint in Serbien zu fehlen, nirgendswird sie erwähnt, auch bei V ūk nicht.) Es ist ein Kuchen aus feinem Teig, oben daraufviel Zucker und Honig; wird zu Weihnachten gebacken.

Kolačić.( Bjelokosić, 98, nennt sie priganice.) Aus Weizenmehl und Eiern wirdein Teig angemacht, der löffelweise in die Tava gegeben wird, wo er in Butter gebackenwird. So entsteht eine Art Krapfen, die gewöhnlich mit saurer Milch überschüttetgegessen werden. Sie fehlen nie auf dem Hochzeitstisch.

Kopriva. Junge Brennesseln werden zerkleinert, in heißem Wasser gesotten,dann wird Maismehl hineingestreut und der Brei tüchtig umgerührt. Auch in Serbienist die Verwertung von Brennesseln sehr verbreitet; vgl. Nikolić, 106, s. v. Pokriva.

Perêti, eine Art Krapfen.( Bei Vūk fehlt dieses Wort, doch erwähnt diese Speiseauch Bjelokosić, 97.) Aus Weizenmehl, Salz, Eiern, Milch und Wasser wird ein Teigangemacht und stückweise in heißem Wasser gekocht. Hierauf werden sie in die tepsijagegeben, wo sie ausgebacken werden zu einer Art Krapfen; zu Ostern wird der Teigfinger dick gerollt, dann nach Art unserer Bretzel geformt, uskršni pereti.

Pita, Strudel. Besseres als die Pita kann man beim Bauer nicht mehr herstellen,hörte ich oft sagen. Tatsächlich fehlt sie auf keinem besseren Tisch: Aus Weizenmehlwird ein Teig angemacht, hart geknetet, dann mit einem dünnen, stabförmigen Nudel-holz, oklagija, f., auf dem Tisch möglichst dünn ausgewalkt. In diesem Teig, juka( Vük hat jufka) wird nun die Fülle eingerollt, die bestehen kann aus: Reis mitZwiebeln und Öl, pirmič- pita, Kürbis, tikvenjača, Kraut, kupusnjača, Kartoffeln, kom-pjeruša, kumpirača, Honig, medena- pita, Käse, sirnjača- pita, Kajmak, kajmakuša,