41. Jg./2006
Volkskunde in Österreich
Folge 4
Die Kraft des Windes wird im Burgenland seit mehreren Jahrhunderten genützt:Bereits im 17. Jahrhundert waren hier Windmühlen zum Getreidemahlen und zurWasserversorgung in Betrieb. Heute wird die Windkraft für die Energiegewin-nung durch Windräder, aber auch für Sport und Freizeitgestaltung( Segeln, Sur-fen, Segelfliegen, Paragliding, Drachensteigen) genutzt. Der starke Wind, der ausder pannonischen Tiefebene kommt, beeinflusste aber auch Architektur(., Kat-zensteige") und Landschaft( Sanddünen, Schneeverwehungen) sowie Land-schaftsgestaltung( Windschutzgürtel).
Die mythologische Bedeutung des Windes, Windbräuche, seine wirtschaftlicheNutzung und seine Notwendigkeit für den breiten Sportsektor der Region sindThemen der Jahresausstellung 2006 im Ethnographischen Museum Schloss Kitt-
see.
3. zu dem am Donnerstag, den 27. April 2006, um 18.00 Uhr, im ÖsterreichischenMuseum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien, stattfindenden Vor-trag
Keltenrezeption einst und heute
von o. Univ. Prof. Dr. Helmut Birkhan, Wien
Prof. Birkhan versucht mittels Thesen die Keltenrezeption im Allgemeinen undden derzeitigen Keltenboom im Besonderen zu erklären. Fünf dieser Thesen be-ziehen sich auf Keltentopoi oder-gemeinplätze unserer Keltenwahrnehmung.Das ,, Fascinans des großen Steines" hat wohl Wurzeln, die am ehesten der Tie-fenpsychologie zugänglich wären. Die Palette der Keltenrezeption reicht von vi-sionären Texten im Mittelalter bis zum Neodruidismus der Gegenwart.
HINWEISE
KITTSEE/ BGLD.„ Vom Ei zum Osterei"- Am Sonntag, den 2. April 2006, von10.00-17.00 Uhr finden im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee Vorführungenalter Verzierungstechniken von Ostereiern statt. Das Ei als Symbol, Inbegriff undVerkörperung der Fruchtbarkeit und des Lebens spielt im österlichen Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum einegroße Rolle, sowohl als Geschenk-- und hier insbesondere als Liebesgabe-, als auchbei verschiedenen Spielen wie dem Eierpecken oder Eierrollen. Es wird seit Altersher auf vielfältigste Weise verziert: vom einfachen Färben des Eis abgesehen gibt eszahlreiche Techniken: Auskratzen oder Wegätzen der Farbe, mit Eisen genagelt,Malen oder Abdecken mit Wachs, Bekleben mit Blättern oder Binsenmark, Verzierenmit an Stickerei erinnernden Lochmustern, Umflechten mit Draht, Bemalen mit Mus-tern oder frommen Sprüchen bzw. Bildern. Am 2. April 2006 werden wahre Kunst-
22