VOLKSKUNDE IN ÖSTERREICH
NACHRICHTENBLATT DES VEREINES FÜR VOLKSKUNDE
Jahrgang 11
Wien, März 1976
Folge 3
Einladung
NACHRICHTEN DES VEREINES
Bitte zu beachten, daß in der letzten Märzwoche neben derGeneralversammlung eine zweite Vereinsveranstaltung statt-
findet:
1) Mittwoch, der 24. März 1976, um 18 Uhr im Institut fürVölkerkunde der Universität Wien, Neues Institutsgebäude,Wien I, Universitätsstraße 7, Stiege 1, gemeinsamer Vor-trag mit der Anthropologischen Gesellschaft in WienHauptkonservator Univ.-Doz. Dr. Rolf Wilh. BREDNICHDeutsches Volksliedarchiv, Freiburg im BreisgauDeutsche Volkskunde in Saskatchewan
Ergebnisse volkskundlicher Feldforschungen in West- Kanada( mit Lichtbildern)
Der Referent hatte im Herbst 1975 durch ein Stipendium desNational Museum of Man in Ottawa Gelegenheit, zwei Monate inder kanadischen Prärieprovinz Saskatchewan zu verbringen. Erwohnte und lebte in dieser Zeit bei einer Gruppe ruẞlanddeut-scher Mennoniten in der sog. Hague- Osler- Reserve nördlich vonSaskatoon. Diese Siedler sind nach 1871 bzw. 1921 aus Südruẞ-land nach Kanada ausgewandert und haben in ihrer geistigenund materiellen Kultur noch viele Elemente bewahrt, die aufihre ursprünglichen Wohnsitze an der unteren Weichsel inWestpreußen zurückdeuten. Erst in der jetzigen Generationfindet eine zunehmende Akkulturation an amerikanische Le-bensverhältnisse statt. Für eine Dokumentation mennoniti-scher Volkskunde ist es jedoch noch nicht zu spät. Der Refe-rent konzentrierte sich auf die Untersuchung von Sprache,Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum, Nahrungsgewohnheiten, Erzähl- und Liedüberliefe-rung sowie auf die Aufnahme von Objekten der Wohnkultur( re-ligiöser Wandschmuck) und der Landwirtschaft. Er wird inseinem Referat auch auf die Fragen des methodischen Zugangsund der aktuellen Probleme der Mennoniten in Kanada einge-hen. Auch die in Saskatchewan in zahlreichen Bruderhöfensiedelnden Hutterer, Angehörige einer Wiedertäufersekte, dieursprünglich aus Tirol stammt, sollen kurz behandelt werden.
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