Heft 
60 (2025) 4
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60 4/2025 S C H A U F E N S T E R11Krug mit Töpfer an der Töpferscheibe(ÖMV/36.027),vor der Restaurierung.hatte. Die Lade hat vermutlich der Lagerungvon Federkielen gedient, und die rundenAufsätze waren zur Aufnahme der(feh-lenden) Einsätze für Tinte und Streusandbestimmt.Das Objekt weist einen kompliziertenBruch auf. Mit der Restaurierung werden dieBesonderheit und die außergewöhnlichenFunktionen des Objektes wieder erkennbarund für die Öffentlichkeit sichtbar.Der Krug(ÖMV/36.027) mit dem zentralenMotiv eines Töpfers an der Töpferscheibe istvon kulturhistorischer Bedeutung, denn ergibt einen seltenen Einblick in die Arbeits-situation dieses wesentlichen Handwerks-zweiges, und er zeigt dessen wichtigeArbeitsgeräte. Zudem ist der Krug aus derBarockzeit ein frühes Beispiel einer Salzbur-ger Fayence. Das Datum über dem Töpferverweist auf das Jahr 1741. Das Objekt ist vorunbekannter Zeit nicht fachgerecht restau-riert worden. Die entsprechenden Stellenzeigen sich gelblich verfärbt, und ein Teil derGlasur ist abgeplatzt.Claudia Peschel-Wacha,KeramiksammlungPelbartus das älteste Werk in der­Bibliothek des Volkskundemuseum WienDieses 1505 datierte Druckwerk(Signatur:10.317 N:10) weist altersgemäße Abnützungendurch seinen Gebrauch auf. Dazu zählenVerschmutzungen, Risse und Fehlstellensowie der Verlust der beweglichen Teile derSchließen. Zusätzlich erlitt das Werk vorlanger Zeit einen Wasserschaden. Der darausentstandene Schimmelbefall hat der Papier-substanz und der Bindung stark zugesetzt. Eshandelt sich um das WerkSermones pome-rii de sanctis Hyemales et Estiuales, einenKlassiker der Predigtliteratur, von Pelbartusde Themesvar(1435–1504). Der Frühdruck istnicht nur das älteste Werk aus dem Bestandder Bibliothek, sondern auch Teil zweierbesonderen Sammlungsbereiche: Einerseitsstammt der Druck aus der Gelehrtenbib-liothek des Albert Wesselski(1871-1939),eines in Fachkreisen anerkannten Erzählfor-schers. Andererseits fand das Buch einigeZeit später Einzug in den Nummernkreis dersogenannten Mythenbibliothek, einen in sichgeschlossenen, ca. 1.700 Bände umfassen-den Buchbestand, der 1946 ins Haus kamund Gegenstand gegenwärtiger Retrokatalo-gisierung und Provenienzforschung ist.Marlene Schütze,BibliothekDerPelbartus das älteste Werk in derBibliothek des Volkskundemuseum Wien.