60• 1/2025 S C H A U FE N S T E R11Unterwegs zu einemnachhaltigen Museum„Der Total Carbon Footprint von Museenist überdimensional“, so Stefan Simon vomRathgen-Forschungslabor Berlin, in seinerPräsentation vom Jänner 2022 im Rahmender ARGE Museums For Future. Um globaleRessourcen langfristig zu erhalten, ist eskeine Frage mehr, ob oder wieviel Raum wirnachhaltigen Bestrebungen einräumen. Wirmüssen jetzt handeln, und zwar im Hinblickauf ökologische Tragfähigkeit, wirtschaftlicheEffizienz und soziale Gerechtigkeit.2020 wurde das VolkskundemuseumWien das erste österreichische Museum beider weltweiten Bewegung„Museums fürFuture“. Kurz darauf haben wir eine Nach-haltigkeitsgruppe gegründet und den Punkt„Nachhaltige Maßnahmen im Haus“ als festenBestandteil in unseren wöchentlichen JourFixe integriert. Das Bewusstsein unter denKolleg:innen wächst stetig. Wir sind laufendauf der Suche nach Möglichkeiten, aktiv zuwerden und Maßnahmen umzusetzen. Inunseren Depots setzen wir auf nachhaltigesSammlungsmanagement/Präventive Konser-vierung. Um unser Wissen weiterzugebenund zu erweitern, organisieren wir Work-shops für Kolleg:innen auch anderer Museen,oder nehmen an Symposien und Tagungenteil, etwa„Museums and the throwawayculture“(Brüssel),„Das Grüne Museum“(Wien) oder„Sustainability in Practice“(Tartu). Wichtige Beispiele für sozial nach-haltige Arbeit/caring community sind unsereintensive Arbeit mit Ehrenamtlichen, Ver-netzung mit der Nachbarschaft, Teilnahmean Bürger:innenforen und Bildungsangeboteder Vermittlung.Seit Sommer 2024 sind wir die erstenAffiliates von ECC Wien/EM Chiemgau undverwenden für die meisten Reinigungsmaß-nahmen im Gebäude(erst Laudongasse, jetztam Otto Wagner Areal) Effektive Mikroor-ganismen, von denen keinerlei unnützerEintrag ins Abwasser gelangt. Bei der Absie-delung aus dem Gartenpalais Schönbornwurde darauf geachtet, so viel Material undMöbel wie möglich weiterzuverwenden oderzur weiteren Verwendung abzugeben.Die Sanierung des Gartenpalais Schön-born sowie die Ertüchtigung der Depots imHafen Wien folgen höchsten ökologischenStandards mit minimalem Carbon Footprint,Wärmepumpe, Photovoltaik und Passivklima-tisierung eingeschlossen. Die Zertifizierungzum Österreichischen Umweltzeichen fürMuseen könnte bald Wirklichkeit werden.Astrid HammerFotosammlung undPräventive Konservierung