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Der Urmensch sah das Wasser in Formeines Flusses oder des Meeres vor sich. EinBaum oder irgend eine Hohlfrucht schwammdarin. Was lag näher, als es der Naturnachzumachen?
So entstand das aus einem Baume ge-fertigte Schiff der Indianer Glossar ::: zum Glossareintrag Indianer und der Poly-nesier. Die letzteren wagten es sogar, insolchen Booten, indem sie zwei anein-ander befestigten, weite Reisen von einerInsel Polynesiens zur anderen zu unter-nehmen. Diese Art der Transportmittel zuWasser ist jedoch zu bekannt, als daß wirlänger bei ihnen verweilen wollten.
Hingegen interessiert uns ein anderer,auch ganz urtümlicher Typus: Das Fellboot.Unter einem Fellboote verstehe ich einSchiffsfahrzeug, das im wesentlichen auseinem Gerippe aus Holz oder einem äqui-valenten Material besteht. Dieses wirddann mit irgend welchen Tierfellen oderderen Surrogaten in Verbindung gebracht,um dessen Tragfähigkeit auf dem Wasserzu sichern.
Und siehe da, wir brauchen nur einenkleinen Spaziergang innerhalb Europas zumachen und wir finden derartiges.
In Großbritannien begegnen wir dem so-genannten Coracle. Es ist dort in verschie-denen Gegenden anzutreffen.
Die Art der Herstellung dieser Schiffeist, wie man mir in Carmarthen( Wales) ander Towy mitteilte, folgende: Zumeist wirddas Boot von alten Männern erbaut; dasHandwerk vererbt sich vom Vater auf denSohn. Die als Gerippe verwendeten Holz-
Umschau
Ziegenhautfähre bei Skoina( Albanien).
Umschau
Ziegenhautfähre über den Drin( Nordalbanien).
arten oder Weidenruten werden von Lein-wandlappen der Ersatz in früheren Jahr-hunderten verwendeter Ochsen- oder Pferde-häute umkleidet. Ist dies geschehen, sowird das Boot von seinem Erbauer miteinem Gemisch von Pech und Teer über-strichen. Dieses Material wird in Brandgesteckt und verflüssigt. Auf seiner An-wendung beruht die schwarze Farbe derFahrzeuge. Die ganze Arbeit bis zur Voll-endung des Bootes dauert durchschnittlicheine Woche.
Diese Schiffe dienen meist der Fischerei;sie wird gewöhnlich nahe der Mündungeines Flusses ins Meer betrieben. Dabei er-leichtert die geräuschlose Fortbewegung desBootes gegenüber einem Holzkahne sicher-lich den Erfolg. Bei Nichtgebrauch wirddas Coracle das Wort hängt mit demlateinischen Corium Leder zusammenaufs Land geschafft, damit es trocknenkann.
Das Coracle stand in diesen Gegendenunseren Quellen zufolge schon im Altertumin den ersten nachchristlichen Jahrhunder-ten in Gebrauch. Damals so wird be-richtet unternahmen die Bewohner Groß-britanniens auf diesen leichten Fahrzeugenweite Meerfahrten, beispielsweise Reisen vonIrland nach England oder von England nachden Nordküsten Deutschlands. Wir können,wenn wir derartiges hören, nicht genug überden Mut dieser Leute staunen.
Einer in Großbritannien herrschendenmündlichen Überlieferung zufolge, war dasCoracle auch bei den Kelten der Donauländerüblich. Ich entnehme aus allen mir be-kannten Daten der betreffenden Literatur,