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Heilborn, A. Allgemeine Völkerkunde. Berlin und Leipzig 1915 : [Rezension]
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allerdings nur auf die Bevölkerung der Umgebung dieser Bai beziehen, bilden eine wertvolle Er-gänzung der Graebnerschen Arbeit. Foy hat hiezu Anmerkungen aus der einschlägigen Literaturgegeben. Die Arbeit bietet allgemeine Beobachtungen über den Charakter und die geistige Veranlagungder Insulaner, schildert ausführlich die gesamte materielle Kultur, einschließlich Industrie und Handel,die politischen und sozialen Verhältnisse. 59 Textabbildungen tragen zur Veranschaulichung desmateriellen Kulturbesitzes bei.

In einem weiteren Aufsatze liefert Foy einen Beitrag zur Geschichte der Tanzkeulen von denSanta Cruz- Inseln, die anscheinend von anderem Tanzgerät und anderen Keulen der Südsee abweichen,indes, wie Foy zeigt, nur durch eine einzige Sonderentwicklung eine ihr tatsächlichen Beziehungenverbergende abweichende Form erhalten haben.L. Bouchal.

23.

Heilborn, A.: Allgemeine Völkerkunde. Berlin und Leipzig( B. G. Teubner) 1915.2 Bändchen.

Heilborn schildert in dem vorliegenden Werk die materielle Kultur der Völkerund weiß diesem Thema mancherlei neue Gesichtspunkte abzugewinnen. In den einleitenden Be-trachtungen über Wesen und Werden der Kultur" scheint mir der Verfasser mit Rechtgegen die von verschiedenen Seiten leichtfertig, ohne feste Grundlagepropagierte Entlehnbarkeit von Kulturgütern den Nationalstolz der Völkerins Treffen zu führen. Ganz den Tatsachen entsprechend, lesen wir hier, daß viele Stämme nur sich selbst,, Menschen nennen, was übrigens häufig auch in den Völkernamen zum Ausdruck kommt.( Die Eskimos Glossar ::: zum Glossareintrag  Eskimosbelegen sich beispielsweise mit der Bezeichnung Inuit", d. h. Menschen, u. dgl. m.) In den Nicht-konnationalen erblickt man zumeist Barbaren. Glossar ::: zum Glossareintrag . Weiterhin setzt sich Heilborn mit dem, Elementar-und Völker gedanken", mit der Entlehnungs- und Kulturkreistheorie" in höchstgerechter Weise auseinander. Hübsche Belege zur Entstehung gleichartiger Geräte, anverschiedenen Orten der Erde, ohne gegenseitige Beeinflussung, sind die vomVerfasser an dieser Stelle angeführten Fälle: Die eigentümlichen Lippenpflöcke bei denBotokuden und bei einigen Völkern Ostafrikas, ferner die Aderlaßgeräte( Minia-turbogen mit ebensolchem Pfeil) bei den Kayapos in Zentralbrasilien und bei verschiedenenStämmen in Neuguinea und auf den Neuen Hebriden. Bezüglich der Feuererzeugungschließt sich Heilborn der Ansicht der meisten Autoren, wonach der Mensch hauptsächlich durchHolzbearbeitung in den Besitz dieser Technik gelangt sei, an. Er gibt auch eine sehr über-sichtliche Einteilung der hiehergehörigen Utensilien, deren Nomenklatur von der Wissenschaft ein-heitlich festgelegt zu werden verdiente. In dieser Hinsicht bestehen einige Differenzen zwischenHeilborn und Weule¹). Neueste Daten über Rösten, Bratroste und Steinkochereischließen sich hier an. Die Gefahr des Feuers für ein über dem Herd aufgestelltes Holzgefäßmag sicherlich, wie Heilborn meint, unter anderem auch zur Erfindung des Tongefäßesgeführt haben. Die Wirtschaftsform der Völker hängt innig mit dem Nahrungserwerbzusammen. In der Art der Verköstigung, nimmt der Autor an, habe sich der Mensch durchTierbeobachtung leiten lassen, daher ursprünglich Omnivore. Das Aufstapeln vonVorräten für Zeiten der Not mußte zur Sammelwirtschaft und schließlich zum Ackerbauübergeleitet haben. Das primitivste Glossar ::: zum Glossareintrag  primitivste Gerät, den Grabstock, führt Heilborn auf denbohrenden Finger zurück. Vom Grabstock unterscheidet sich die Hacke bloß dadurch, daß siemit Schwung gebraucht wird; ihr Vorbild mag ein Ast mit kurzem, davon abgehendem Zweig gewesensein. Aus der Hacke resultiert endlich der Pflug. Die Sichel wird als Abart des Messersgedeutet, während die Sense als gestielte Sichel aufgefaßt wird. Da das Getreide durchdas Aufbewahren hart wurde, kam man darauf, es zu vermahlen. Das Mehl eignet sich mehr zurKonservierung. Wenn es zufällig naẞ wurde, so ergab es einen Brei, der leicht in Teig zu verwandelnwar; dieser wiederum mußte wohl das primitivste Glossar ::: zum Glossareintrag  primitivste Brot, das Fladenbrot, in natürlicherFolge zur Entstehung bringen. Über Viehzucht bringt uns Heilborn kaum neue Betrachtungen,nur betont er ganz richtig, daß dasselbe Tier bei verschiedenen Völkern zu ganz verschiedenenZwecken gehalten wird. Im Kapitel" Wohnung" werden der Reihe nach Höhlen-, Baum-wohnungen, Wohngruben, Schneehäuser, Zelte, Rund-, Kegelhütten, dieTembe", das tropische Rechteckhaus, Häuser auf Flößen usw. besprochen. Sehrkühn erscheint mir die Behauptung Heilborns, daß sich das Zelt aus der Kegelhütte entwickelt1) Dr. Karl Weule, Leitfaden der Völkerkunde. Leipzig und Wien, BibliographischesInstitut, 1912, S. 114 ff.