HANDWERK, KUNST UND MASSENPRODUKTION
Zeiner und Georg Kayser stellten die meisten der WienerPrunkwaffen her.
Kunstvoll verzierte Hörner, zu Schmuck verarbeitete Gran-deln( Eckzähne des Hirsches) und an der Uhrkette getrageneHauer( Eckzähne) von Wildschweinen sind ein kleiner Aus-schnitt aus dem Kosmos des Kunsthandwerks, das sich rundum Jagd und Waidwerk entspann. Gamsbart und Spielhahn-federn samt Einfassung für den Hut, Hirschhornknöpfe und-griffe für( Jagd-) Besteck stellen weitere Verwendungsmöglich-keiten der Trophäen dar. Auch die Hörner von Gämsen fandenEingang in das Kunsthandwerk.
Wandteppiche und Tapisserien mit Jagdszenen wurden vorallem in Frankreich und Italien hergestellt. Die Auftraggeberkamen aus der Adelsschicht, da die Herstellung dieser Objektezeitintensiv und teuer war. Oftmals zeichneten renommierteMaler die Vorlagen für diese Kunstwerke.
Deutschland war der Hauptproduzent für Porzellan mit Jagd-szenen. Jagdmotive fanden sich aber auch auf Habanerkrügenund Bierkrugdeckeln. Die verkehrte Welt- der Hase, der denJäger rasiert, auf einem Hund reitet und vieles mehr- wardafür ein beliebtes Motiv, das auch auf den Stirnbrettchen vonBienenhäusern zu sehen war.
Schützenscheiben zeigten relativ selten Jagddarstellungen,was mit dem lange Zeit angespannten Verhältnis von Jägernund Schützen zu erklären ist. Erst als das Jagdschießen auf-kam, änderte sich dies.
Sowohl Jagen und Wildern als auch Scheibenschießen fandenAufnahme in das Repertoire der Kastenkrippen. In liebevollgenauer Darstellung finden sich all diese Freizeitvergnügen imweihnachtlichen Kosmos.
In zahlreichen Liedern wurde und wird von Jagd- und Wilde-rerfreuden und auch-leid gesungen. Bis in die Oper hat es derWildschütz geschafft. Auch die Literatur spiegelt das angespannteVerhältnis zwischen Jägern, Gendarmen und Wilderern wider.Zu guter Letzt finden sich Bilder und Reime zu diesem Themaauf Marterln und Grabkreuzen.
107