JAGD UND WILDEREI
Die eingestellte oder ,, teutsche" Jagd löste die Parforcejagd ab.Mit Leintüchern wurden dabei Teile des Waldes abgetrenntund das Wild dorthin getrieben, mitunter ins Wasser, und dortgetötet. Am Schauplatz des Geschehens standen Tribünen, vondenen aus das höfische Publikum dem Spektakel folgen konnte.Nicht nur von der Jagd ausgeschlossen, sondern auch mas-siv darunter leidend waren die Bauern. Die Hetzjagden querdurch die Felder vernichteten ganze Ernten, ohne dass Scha-denersatz geleistet wurde. Zudem mussten Bauern sich an derJagd auf Raubtiere beteiligen und Treiber stellen.Rund um Wien herrschte ein starkes Vorkommen an Raubwild.Bären, Wölfe, Luchse und Wildschweine machten der Bevöl-kerung das Leben schwer. 1604 verlangten die Bewohner vonNeustift am Walde eine eigene Kirche, weil sie am Weg nachSievering wegen der Wölfe um ihr Leben fürchteten.
Die Liebe der Herrschenden zur Jagd manifestierte sich auchin zahlreichen Gebäuden. Nachdem der ersten Türkenbelagerungfast alle Jagdhäuser und Schlösser in der Umgebung Wiens zumOpfer gefallen waren, wurde 1540 die Katterburg als Jagdschlossan jener Stelle erbaut, wo heute Schönbrunn steht. Einige Jahrespäter errichtete Kaiser Maximilian II. Schloss Neugebäude miteinem Fasan- und Mufflongarten.
Die zweite Türkenbelagerung bescherte Leopold I. zwei Leoparden,die er zur Jagd benutzte. Sie waren ein Geschenk von Kara Mustafaanlässlich einer Begegnung mit dem österreichischen Herrscher.Aufständische Magyaren töteten die Tiere und machten deren Fellzu einem Teil der ungarischen Uniform.
Die Renaissance brachte die Aufhebung des Verbots, an Sonn-und Feiertagen zu jagen. Nun war die Jagd im Anschluss andie Messe erlaubt, was vielfach zu sehr kurzen Messen führte.Der Ausdruck Jägermesse hat sich dafür bis heute erhalten.
Die leichter werdenden Schusswaffen erlaubten im Barock auchdas Schießen auf Vögel. Sie wurden sonst im Vogelherd mit Schlingengefangen. Daran beteiligten sich auch mit Begeisterung die Damendes Hofes. Laxenburg war das Paradies der Falknerei oder Beizjagd.Reiher wurden unter anderem auf diese Art gejagt. Die Beizjagd warextrem kostspielig, sie wurde nur bei Hofe durchgeführt.
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