anstatt diese durch einen vorgegebenen Zugang unmöglich zumachen.
Es entstand eine Ausstellung mit Werkstattcharakter,die vielleicht mehr Fragen aufwirft, als sie Antworten zu gebenvermag. Vieles wissen wir über die Objekte nicht, viele Geschich-ten können wir nicht erzählen, sondern nur erahnen. Was übrigblieb, sind Fragen, die wir dennoch gestellt haben wollten. Aufeiner Arbeitsplatte stehen nun die Objekte, geordnet nach Inven-tarnummern. Diese» Ordnung der Dinge« auf dem Tisch magden Betrachter/-innen zufällig erscheinen, sie verweist jedochauf die Sammlungsgeschichte. Eine» klassische«< Ordnung, etwanach den jüdischen Festtagen, ist somit aufgehoben zugunsteneines verwirrenden Puzzlespiels, das das Zufällige der Samm-lung widerspiegelt. Die Ausstellung hat daher keinen Anspruch,den jüdischen Jahres- oder Lebenskreis oder auch die jüdischeKulturgeschichte in Wien darzustellen, vielmehr präsentiert sieeine im Museum verräumte und vergessene Sammlung. Die Ob-jektbeschriftungen, die von den Studierenden verfasst wurden,legen die Geschichte der Objekte, soweit bekannt, offen. Einigeder in der Ausstellung ausgestellten Objekte verwirren: An ihnensieht die/ der Betrachter/-in nichts» Jüdisches«<: Ein Tischleuch-ter, der in der Ausstellung zu sehen ist, könnte durchaus auch ineinem nichtjüdischen Haushalt gestanden haben, eine Fotogra-fie von drei»> Jüdinnen in Tracht«<, so das Inventar, könnte auchnichtjüdische Frauen zeigen und die Keramik» Alter Jude« magvielleicht für die Person, die sie inventarisierte,» jüdisch<< ausge-sehen haben. Kurz: die Zuschreibung» jüdisch«< bekamen dieseObjekte wahrscheinlich erst im Museum. In Umkehrung desPrinzips der Ausstellungen in den Jüdischen Museen Münchenund Hohenems, bei denen die Besucher/-innen» Jüdisches<< mit-bringen durften, sie also selbst und für sich definierten, was fürsie>> jüdisch<< ist, geht die Ausstellung» Von Dreideln, Mazzesund Beschneidungsmessern. Jüdische Dinge im Museum<< vondieser Zuschreibung aus und hinterfragt sie.
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